| INDEPENDENT
COMIC PREIS 1999 |
Der Preisverleihung des jährlich vergebenen ICOM Independent
Comic-Preises fand erstmals auf der ComicAction in Essen statt,
und zwar am 23. Oktober 1999 im Anime-Kinozelt von AnimaniA
- herzlichen Dank für die Unterstützung!
Die Moderation lag in den bewährten Händen des Jury-Vorsitzenden
Harald Havas (bekannt als Ex-Chefredaktor von COMIC FORUM und
Präsentator des Max & Moritz-Preiese in Erlangen).
Leider gelang es ihm nicht immer, den Messelärm, der sich
unter dem Zeltdach zu sammeln schien, zu übertönen,
denn ein Mikrophon war leider nicht zu organisieren gewesen.
Ebenfalls bedauerlich, dass von den Preisträgern nur
die Herausgeber von Tentakel den Preis (Urkunde und Scheck)
persönlich in Empfang nehmen konnten. ie Jury setzte sich
neben Harald Havas aus Volker Klei (Redaktion Comre), Sonja
Roll (Autorin und Übersetzerin) und Markus Gruber (Comic
Radio Show) zusammen und vergab fünf Preise:
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| BESTES
FANZINE/INDEPENDENT COMIC 1999 |
Tentakel (Verlag Krake)
Eine
Zusammenarbeit von sieben Comic-Zeichnern/Comicstudios. Jeder
Schuß ein Treffer. Nicht nur optisch aufwendig
und schön gestaltet, auch inhaltlich hervorragende Comic-Storys
der unterschiedlichsten Art- nur verbunden durch das eigenwillige
Thema (eben Tentakel) und durch die überzeugende hohe Qualität.
Der Preis war mit 2000 DM dotiert. |
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| BESTER
COMIC-BEITRAG "FUNNY" 1999 |
"Moe" von Andreas Fecke
Stille,
hintergründige Geschichten ohne Text um das Fabelwesen
Moe in seiner seltsamen Welt, die ganz eigenen Gesetzen
gehorcht. Lyrischer Stil in Zeichnungen wie Story. Sicher eine
Ausnahme in jeder Hinsicht im deutschen Comicschaffen, aber
eine positive. |
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| BESTER
COMIC-BEITRAG "REALISTISCH" 1999 |
"Smalltown Boy"
von Andreas Michalke
Autobiographische
Geschichte, die das Jahr 1984 sehr lebendig und zeitnah schildert,
auch besonders in der hervorragenden grafischen Aufarbeitung.
Beschrieben wird das Dilemma des jungen Andreas M. zwischen
Schulproblemen, erster Liebe und erzwungener Trennung. Eingebunden
sind auch Originalbriefe. |
Diana R. Sassé für
"Doudou der Poilu (4)"
Eine
Fabel auf Krieg und Frieden, die in ihrer sagenartigen
Verfremdung einen starken Reiz ausübt. Die Darstellung
von Deutschen als centaurenartigen Wesen setzt das geschilderte
Verhältnis von Deutschen und Franzosen vor dem Hintergrund
eines imaginären 1. Weltkriegs in ein ganz eigenes Licht. |
Nicolas Mahler/edition brunft
Beide Einreichungen von Nicolas Mahler
erschienen der Jury gleich in mehreren Kategorien als preiswürdig.
"Flaschko der Mann in der Heizdecke" ist ein
absurd-witziger Funny-Strip in einem interessanten und extrem
reduzierten Stil. "TNT" dagegen ist zwar optisch ähnlich
gestaltet, aber eine realistische Geschichte um einen alternden
Boxer. Der Preis gilt auch als Würdigung der "edition
brunft", des sehr engagierten und derzeit einzigen Independent
Comic-Verlages in Östereich, den Mahler zusammen mit Heinz
Wolf leitet. |
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LOBENDE
ERWÄHNUNGEN |
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Auch
Leichen haben Feierabend (Hanne Leese)
Eine originelle Kriminalgeschichte in realistischem Stil, sehr
flott erzählt.
Bizarr Bazar (Wittek)
Sehr Crumb-mäßig, sehr komisch, sehr versoffen, als
Gesamtwerk gut: Zeichnungen, Text und als publikation selber.
22 Fußballhelden (Georgji Jerzovskaja)
Sehr originelle Idee (Klebealbum mit Sticker), ironische Auseinandersetzung
mit dem Mythos "Mann und Fußball".
Hotze (Bringmann & Kopetzki)
Wurde während der letzten 1 1/2 Jahren im "Groove
Magazin" für elektronische Musik und Clubkultur veröffentlicht,
origineller und dichter Funny-Strip.
Kaktus (Laska Comics: Gerhard Schlegel
& Elke Reinhart) Ein rundum gelungenes und höchst
professionelles Funny-Comic-Album. Band 2 erscheint im April
2000.
Kodano no Yume (Katrin Becher, Clubleiterin)
bringt nicht nur Berichte über Mangas & Animes, sondern
gibt auch Tipps zum Zeichnen, Rezepte, Informationen zum japanischen
Schulsystem... Von Schülerinnen sehr engagiert gemacht.
Nix zu lachen (Mathias Reuter)
Saukomische Funny-Strips mit umwerfenden Dialogen. Trash-O-Rama
(Penk-Preuss-Comics) Sehr engagierter Comic mit gutem
Szenenaufbau und gelungener Situationscomic. Ungewöhnliches
Doppelcover.Tremor (Schreibtischtäter)
Seit Oktober 1998, "menschenblutartiges" Fanzine in
hoher Druckqualität, durchgehaltene zweimonatige Erscheinungsweise,
zum 1. Geburtstag sogar eine limited edition mit CD.
Plop Erscheint seit Anfang der
80er Jahre und ist damit das dienstälteste deutsche Fanzine.
Will noch immer Anfänger ermutigen, u.a. durch einen regen
Ausstausch mit den Lesern. Hin und wieder (aber leider eher
selten) steigt einer der Autoren auch in professionelle Gefilde
auf. |
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