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COMIC!-JAHRBUCH 2014

Comic-Merchandise
Interview mit Jörg Faßbender von KWIMBI


Von Frank Plein


Seit fast zwei Jahren bietet "Kwimbi" Produkte rund um Webcomics an, virtuell im Webshop und old-school mit Ständen auf zahlreichen Comicmessen und -börsen. Im Interview erzählt Gründer und Shopbetreiber Jörg Fassbender etwas über das Konzept Kwimbi, sowie über mögliche Perspektiven für die Zukunft.


COMIC!: Wenn ein Zeichner oder ein Verlag Interesse an einer Zusammenarbeit hat – welche Vorteile hat für ihn die Arbeit mit Kwimbi? Welche Dienstleistungen kann er erwarten?

Jörg Faßbender: Da gibt es Verschiedenes in meiner Angebotspalette. Ich mache zum Beispiel mit Kwimbi den kompletten Online-Handel für den Zwerchfell-Verlag. Alle Zwerchfell-Titel kann man nun nicht nur im Buchhandel, im Comicladen oder gelegentlich auf Messen kaufen, sondern auch bei mir. Ich möchte das gern langsam ausbauen. Es sind auch schon andere Verlage an mich herangetreten, ich muß aber sehen, daß ich mich langsam vergrößere, damit ich allen gerecht werden kann. Immer mit dem Wissen im Hinterkopf, daß ich das ja alles allein mache, vom Einkauf über Planung und Produktion, Versand, Werbung etc. Und bald brauche ich Lagerplatz, was sehr kostenintensiv sein könnte.
Dasselbe gilt an sich für Zeichner, die an mich herantreten. Wir besprechen, was er oder sie sich so vorstellt an Printprodukten und Merchandise, was er bei mir im Shop unterbringen möchte. In manchen Fällen existiert schon etwas Selbstgedrucktes, das nehm ich gern in den Shop. In anderen Fällen überlegen wir gemeinsam, was man vielleicht anbieten könnte. Das muß nichts Riesiges sein. Ich produziere ja auch Kleinkram wie Buttons oder hochwertige Digitaldrucke für manche Zeichner.
Der Zeichner (oder die Zeichnerin) bekommt von mir auf der Startseite ein Banner, wenn er möchte, und eine eigene Künstlerseite, auf der er mit einem kurzen Text samt Verlinkung zu seinem Blog oder seiner Webseite präsentiert wird.
Einigen Zeichnern, wie Mario Bühling (www.kat zenfuttergeleespritzer.de) oder David Malambré (www.demolitionsquad.de) nehme ich den kompletten Versand ab. Da sind aber die Wünsche der Leute auch sehr unterschiedlich, und wir kommen immer irgendwie zusammen.
Weiterhin teile ich auf Twitter und Facebook beinah täglich Blogeinträge, News oder neue Comics der Zeichner. Das mache ich einerseits, um Traffic für Kwimbi zu generieren, hoffe aber, daß sich das gegenseitig befruchtet und dem Künstler auch Besucher und neue Leser beschert.
Dazu nehme ich natürlich Comics und Merchandise der Künstler mit auf Messen, auch wenn sie nicht mitkönnen, versuche, sie in Comicläden unterzubringen, und besuche Messen und Signierstunden mit den Zeichnern zusammen. Von den Merchandiseverkäufen bekommen die Künstler von mir anteilig etwas ausgezahlt.

COMIC!: Gibt es Kriterien, stilistischer oder anderer Art, nach denen du auswählst, mit wem Kwimbi zusammenarbeiten möchte?

Jörg Faßbender: Es gibt keine stilistische Festlegung oder "Du mußt mindestens 300 Klicks pro Tag haben"-Regel. Ich möchte ein möglichst breites Spektrum an Leuten anbieten, eben damit unbekanntere Zeichner auch entdeckt werden. Wenn jemand etwas von Sarah Burrini bei mir kauft, die wohl neben Beetlebum, David Füleki und Marvin Clifford die meisten Fans hat, entdeckt er vielleicht auch etwas vom Hillerkiller oder Pete Wendland, von denen er nie zuvor etwas gehört hat, und genau so soll es sein. Es gibt also die unterschiedlichsten Stilrichtungen bei Kwimbi, Comics genauso wie Manga. Ich hab außerdem nichts im Shop, womit ich selber überhaupt gar nix anfangen kann. Das müßte schon ein Riesenverkaufsschlager sein, damit ich mich da verbiege. ;)

COMIC!: Welche Produkte haben sich als besonders beliebt herausgestellt?

Jörg Faßbender: Ganz besonders beliebt sind die Plüschfiguren, die ich von Butterblume und von Ngumbe (aus Sarah Burrinis "Das Leben ist kein Ponyhof") bei Steiner, einer alteingesessenen ostdeutschen Spielwarenmanufaktur, in Handarbeit hab herstellen lassen. Beide Auflagen des Ponys und des Elefanten sind ausverkauft. Ansonsten sind selbstproduzierte Tassen von allen Zeichnern ein großer Hit, Hefte und Bücher mit Signaturen verschiedener Zeichner, oft nach Wünschen der Kunden angefertigt. Das dauert manchmal etwas länger, die Leute freuen sich aber riesig darüber und warten gern.

Auf den Geschmack gekommen?
Weiterlesen im COMIC!-Jahrbuch 2014
Links zum Artikel

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Burkhard Ihme (Hrsg.)
November 2013
248Seiten, davon 26 redaktionelle Farbseiten
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