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COMIC!-JAHRBUCH 2012

Investition in die Zukunft des Mediums
Interview mit Steffen Volkmer (myComics.de)

Von Burkhard Ihme


COMIC!: Mit comicstars.de ist ein Anbieter von Webcomics vom Markt verschwunden. Dessen Konzept hatte Ähnlichkeiten aber auch große Unterschiede zu dem euren. Frage eins dazu: Welche Auswirkungen hat die Aufgabe von New Ground Publishing bzw. der Verkauf von mangaka.de für euch?

Steffen Volkmer: Da mycomics.de bei allen Ähnlichkeiten von Beginn an einen anderen Ansatz verfolgt hat, hat das eigentlich keine direkte Auswirkung.

COMIC!: Und Frage zwei wäre dann die nach dem Konzept.

Steffen Volkmer: Die Idee hinter dem Projekt war und ist, im Internet einen allgemein zugänglichen Platz für die deutsche Comic-Szene zu schaffen. Fans, Künstler und gewillte Verlage sollen hier zusammenkommen und sich austauschen können. Künstler sollen sich ebenso vorstellen wie Verlage. Fans sollen Spaß haben. Natürlich liegt darunter auch eine geschäftliche Komponente: My-comics.de ist für uns, andere Verlage und Künstler eine Try-Out Plattform, um zu testen, was im Internet für das Medium Comic möglich ist, was geht und was nicht geht, wohin sich das Ganze entwickelt und wie man das Net auch verkaufstechnisch nutzen kann. Außerdem ist die Community ein Kreativ-Pool, in der Hoffnung, bislang ungenutztes heimisches Comic-Potential ans Licht zu fördern.

COMIC!: Und hat sich diese Hoffnung bestätigt? Und wer schaut sich die ganzen hochgeladenen Comics an? 

Steffen Volkmer: Auf jeden Fall. Auch wenn sich daraus bislang noch kein größeres Projekt entwickelt hat, haben wir schon auf den einen oder anderen Künstler ein etwas genaueres Auge geworfen. Die bisherigen Auswertungen zeigen, daß sich da ein bunt gemischter Altersmix beider Geschlechter tummelt, was angesichts der Bandbreite der Comic-Inhalte eigentlich auch logisch ist.

COMIC!: Gehört auch eine Printauswertung zum Konzept, oder geht es allein um einen Test der Möglichkeiten im Netz?

Steffen Volkmer: Die Printauswertung ist einer der Versuchsballons, die wir mithilfe der Seite antesten. Titel wie «Freakangels» oder «School Bites» haben wir dort vorveröffentlicht, um ihnen einen gewissen Bekanntheitsgrad zu geben und legen für die sich daraus bildende Fangemeinde dann gedruckte Ausgaben nach. Noch ist es zu früh, um festzustellen, inwieweit sich das auszahlt und bei welchen Comics man das anwenden kann, aber es scheint für hierzulande eher unbekannte Themen ein ganz guter Ansatz zu sein. Mit «Comic Revolution» haben wir zudem noch einen anderen Ansatz, bei dem tatsächlich die besten Beiträge der User in einen geprinteten Band wandern – bislang zwar kein finanzieller Erfolg, aber natürlich ein Anreiz für die User und ein weiterer Erfahrungsbereich für uns.

COMIC!: Comicstars hat sogar einen Preis für die extra für die Plattform entwickelte Software bekommen. Habt ihr eure Software selber enwickelt? Und gab es Resonanz von Usern beider Plattformen?

Steffen Volkmer: Die Software für die Plattform wurde von uns bzw. im Zusammenspiel von Programmierern und den bei uns Verantwortlichen entwickelt, und wir sind insbesondere auf den Reader recht stolz. Im Vergleich mit anderen Angeboten gibt es immer Pros und Kontras. Wir versuchen das natürlich immer aufzunehmen und zu optimieren, soweit es möglich ist. Insgesamt bekommen wir von den Usern viel Lob, so daß wir denken, daß wir einen ganz guten Job machen.

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Burkhard Ihme (Hrsg.)
November 2010
248 Seiten S/W und 4c
EUR 15,25
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