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COMIC!-JAHRBUCH 2008

«Solange es Zeitungen gibt,
wird es auch Comic-Strips geben.»
Klaus Schikowski im Gespräch
mit Jan Taussig (Bulls Press)

Klaus Schikowski im Gespräch mit Jan Taussig (Bulls Press)


Jan Taussig ist für die Syndizierung von Bulls Press zuständig.

COMIC!: Die Schwedische Mutterfirma Bulls Presstjänst AB feiert in diesem Jahr 80. Geburtstag und die Bulls Press GmbH wurde 1952 in Frankfurt gegründet. Was ist das Geheimnis dieser Erfolgsgeschichte?

Jan Taussig: Ein Geheimnis gibt es nicht. Ausdauer, weltweite Kontakte und vor allem gute Comics sind die Hauptzutaten.

COMIC!: Wenn Sie die Geschichte von Bulls Press noch einmal Revue passieren lassen, welche besonderen Höhen und Tiefen gab es innerhalb der Historie?

Jan Taussig: Das goldene Zeitalter der Comichefte wie «Bessy» oder «Felix» war natürlich eine besonders erfolgreiche Periode, immerhin sind um die 1.000 Ausgaben erschienen. Auch der überraschende Erfolg von «Hägar», nach anfänglichen Startschwierigkeiten, ist zu nennen. Die Geschichte von «Garfield» war auch etwas Besonderes: Die Syndizierungsrechte liegen ja erst seit 2002 bei uns, und in dieser Zeit hat sich «Garfield» von vier Startverträgen zum zweiterfolgreichsten internationalen Comic aus unserem Portfolio entwickelt. Martin Perscheids Cartoons und vor allem «Käpt’n Blaubär» gehören auch zu Highlights der jüngeren Bulls-Geschichte. An der Entwicklung des Blaubär-Strips war Bulls Press ja unmittelbar mitbeteiligt, da ist es natürlich ein besonders schöner Erfolg, wenn die Serie dann so erfolgreich wird, wie sie es ist.

COMIC!: Welche Entwicklung hat in den letzten 10 Jahren auf dem Comic-Strip-Sektor stattgefunden? Wie haben sich Angebot und Nachfrage von Comic-Strips in den letzten Jahren verändert?

Jan Taussig: Allgemein läßt sich sagen, daß die Akzeptanz von Comic-Strips gestiegen ist. Der Comic ist in der großen Mehrzahl der deutschsprachigen Tageszeitungen inzwischen etabliert, das war nicht immer so. Eine neuere Entwicklung ist die zunehmende Zahl «schräger» Comics mit ungewöhnlichem Strich und mitunter auch Humor. Serien wie «Lio» oder «Pondus» sind Ausdruck dieser Entwicklung.

COMIC!: Neben dem Comic haben Sie inzwischen auch viele weitere Angebote im Programm. Von Merchandising bis zu Info Grafiken und «Activity Material». Welchen Stellenwert nimmt der Comic-Strip heutzutage noch ein?

Jan Taussig: Comics sind nach wie vor die Basis von Bulls Press. Aufbauend auf diesem Fundament haben wir über die Jahre unser Angebot in viele Richtungen ausgebaut, so daß Bulls Press inzwischen bekannt ist als Anbieter für die verschiedensten Medieninhalte aus dem Unterhaltungs-, aber auch Informationsbereich. Serien wie «Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn» oder jetzt ganz aktuell «Frag doch mal die Maus» sind Edutainment, das seine Wurzeln im Comic hat. Die bekannten Charaktere werden hier aber in neue Kontexte gestellt und erfüllen neue Funktionen. Darüber hinaus sind auch Kreuzworträtsel, Sudoku & Co. ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios. Ein weiterer Schwerpunkt wurde im Bereich Fotojournalismus geschaffen.

COMIC!: In wie vielen Zeitungen ist Bulls Press derzeit mit Comic-Strips bzw. Cartoons vertreten?

Jan Taussig: Die von Bulls Press vertrieben Comics und Cartoons haben in Deutschland einen Marktanteil von knapp 90%. Dazu kommt noch der österreichische und der Schweizer Markt.

COMIC!: Hat sich die Akzeptanz von Comic-Strips bei den Zeitungen im Laufe der Jahre verändert?

Jan Taussig: Für die Entscheidung, welcher Strip ins Blatt genommen wird, spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Da sind die soziodemographischen Fakten der Leserschaft, das publizistische Konzept der Zeitung, die Frage, was man mit dem Strip erreichen will ...
Bei der Diskussion um allgemeine Trends in der Comic(-Strip)landschaft sollte man aber auch im Auge behalten, daß Comics immer eine subjektive und emotionale Angelegenheit sind. Wenn ein Chefredakteur eine gewisse Affinität zu einer Serie hat und z.B. persönliche Erinnerungen damit verbindet, hat diese Serie natürlich bessere Chancen, ins Blatt genommen zu werden. Ein anderer Redakteur lehnt denselben Strip möglicherweise mit der Begründung ab, daß er nicht ins Konzept paßt. Das gleiche gilt natürlich auch für die Frage, ob überhaupt ein Comic ins Blatt kommt.

Tabelle der Strips in deutschen Zeitungen mit Vollredaktion

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