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Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2005
224 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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COMIC!-JAHRBUCH 2006

Mit Jijé in die Pleite
Museum des «vergessenen Lehrmeisters» geschlossen

Von Wolfgang Höhne


Nicht einmal zwei Jahre nach der Eröffnung kam im März 2005 für das privat finanzierte Jijé-Museum in Brüssel das Aus.

Jijé, alias Joseph Gillain, ist jedem Liebhaber der klassischen belgischen Comic-Szene ein Begriff. Also öffnet der versierte Fan voller Vorfreude die mit der Unterschrift des Altmeisters geätzten Glastüren zu dem ihm gewidmeten Museum und begibt sich in die Räumlichkeiten in denen – ganz der Erwartung entsprechend – zahlreiche beeindruckende Originale, Erstausgaben und frühe Merchandising-Objekte aus der glorreichen Pionierzeit des belgischen Comics gezeigt werden. Blondin und Cirage stehen als lebensgroße Plastiken auf einer Treppe, Mick Tanguy begrüßt einen von der Wand und verweist auf den nebenstehenden Schaukasten mit Artefakten zu seiner Flieger-Serie, doch vor allem wird das ganze Museum von einem riesigen, auf die Wand gemalten Lagerfeuer-Stimmungsbild aus der Serie «Jerry Spring» dominiert, zu dessen Erstellung die Tochter von Jijé eigens aus den USA angereist kam. Die Ausstellung geht maßgeblich auf die üppige Privatsammlung von François Deneyer zurück, der das Museum mit bewundernswertem Engagement in Eigeninitiative gegründet, gestaltet und aufgebaut hat. Ein Comic-Liebhaber, der seine Schätze in ein eigenes Museum faßt, um seine Passion mit anderen teilen zu können – wahrlich bemerkenswert. Das Ganze ist – oder besser gesagt war – ein schmuckes kleines Ensemble, dessen Besuch dem vorgebildeten Comic-Amateur viel Freude bereitet. Wie gesagt: dem, der sich auskennt – doch was ist mit den anderen Besuchern?


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