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Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2003
256 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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COMIC!-JAHRBUCH 2004

Neues aus Güllerup
Interview mit Kim Schmidt

Von Andreas Dierks

COMIC!: Seit 1988 liegen von dir gezeichnete und getextete Comics in den Läden. Jetzt kam bei Carlsen ein "Comic-Zeichenkurs" von dir heraus. Ist das so etwas wie eine Rückschau auf fünfzehn Jahre Erfahrungen, die du weiterreichen wolltest, oder was war der Anlass für diese Veröffentlichung?

Kim Schmidt: Rückblick auf mein Lebenswerk, oder wie? Angefangen hat es damit, dass ich gefragt wurde, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, mal einen Comiczeichenkurs vor einer Schulklasse abzuhalten. Das hat mir viel Spaß gemacht und kam wohl auch ganz gut an, jedenfalls bekam ich danach desöfteren Anfragen in dieser Richtung, vorwiegend von Schulklassen und den Jugendabteilungen verschiedener Bibliotheken. Und da die Teilnehmer an diesen Kursen in der Regel immer so ziemlich die gleichen Fragen stellen und mehr oder weniger dieselben Anfängerschwierigkeiten haben, lag es nahe, die wichtigsten Fakten in Sachen Comicmachen mal in eine feste Form zu gießen und für alle zu präsentieren. An ein Buch dachte ich zunächst aber gar nicht, sondern habe zusammen mit einem Programmierer einen Comiczeichenkurs für meine Website (www.kim-cartoon.com) erarbeitet. Figuren zeichnen, Schritt für Schritt, das Zeichnen von Kopf, Körper, Händen etc., all so etwas wollte ich möglichst anschaulich darstellen. Dazu gibt es Rubriken wie "Fragen an Kim", wo individuelle Zeichenprobleme beredet werden können oder eine Galerie, in die die Besucher ihre Werke hineinstellen können. Ein Forum, welches die Kommunikation mit den Nachwuchszeichnern noch vereinfacht, ist gerade in Arbeit. Jan Paepke, mein Programmierer, hat dazu ein paar echt witzige Animationen gebastelt; das Ganze sollte auch einen gewissen Unterhaltungswert haben.
Kurze Rede, langer Sinn: Ich habe irgendwann mal Joachim Kaps den Link zu diesem Kurs gemailt, er hat sich das angesehen und angeregt, daraus ein Buch für Carlsen zu machen.

COMIC!: Auch Jens R. Nielsen und Michael Hülse haben vor kurzem bei Carlsen einen Zeichenkurs veröffentlicht. Wurde die Arbeit also unnötig doppelt getan? Macht man sich da nicht gegenseitig Konkurrenz?

Kim Schmidt: Du meinst den "Dragonball Z Zeichenkurs". Der gefällt mir persönlich auch ziemlich gut, aber er richtet sich doch explizit an Mangazeichner. Ich sehe da keine Überschneidungen, das geht ja in eine andere Richtung als mein Buch. Man soll’s nicht glauben, aber es gibt noch jede Menge Kinder und Jugendliche, die eben nicht so auf Manga, sondern auf den europäischen Stil stehen. Für die ist das Buch gemacht. Klar, es gibt sowieso schon jede Menge Comiczeichenkurse in Buchform, darum habe ich versucht, meinen Kurs so unterhaltsam wie möglich zu machen und mit Comics und Cartoons garniert. Es soll auch Spaß machen, das Ding "einfach so" zu lesen. Und noch etwas: Viele Eltern reagieren ja skeptisch, wenn ihr Kind plötzlich verkündet: "Ich werd‘ Comiczeichner!" Dann kommen gleich die Einwände: "Ja und die Krankenversicherung? Was, wenn du arbeitslos wirst?" und all diese bekannten Sachen. Darum habe ich in meinem Buch auch noch etwas zu diesen Themen geschrieben (Künstlersozialkasse, VG-BildKunst, Verträge, Bewerbung bei Verlagen usw.). Das fehlt bei anderen Zeichenkursen meistens. Wenn die Kids das lesen, können sie ihren Eltern von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen.

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