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Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2002
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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COMIC!-JAHRBUCH 2003

Preisträger 2002 Bestes Szenario:
"Grimm" von Eckart Breitschuh

Interview von Harald Havas

Eckart Breitschuh wurde bereits einmal als Preisträger für das COMIC!-Jahrbuch 2001 interviewt. Grundsätzliche Fakten über Werk und Mann also bitte dort nachlesen. Hier geht’s mehr um Details zu seiner Serie Grimm und weitere Blitzlichter aus dem Leben eines Multitalentes.

COMIC!: Wie bist du eigentlich auf das, nicht ganz ungewöhnliche, aber auch nicht ganz alltägliche Thema "Grimms Märchen" gekommen?

Eckart Breitschuh: Ich las meiner Tochter Lotte die Märchen als Gutenacht-Geschichten vor. Dabei entstanden richtig pralle Bilder in meinem Kopf. Ich überlegte hin und her, las das Märchenbuch für mich alleine weiter. Die meisten Geschichten passten echt gut in das zwerchfellübliche Heftchenformat. Ein optischer Zusammenhalt musste allerdings her, ein Wiedererkennungseffekt, um aus einer Storysammlung eine Heftreihe werden zu lassen. Da passte eine EC-comic-mäßige Moderatorin, eine Mistress of Ceremonies. Ich wusste gleich, sie sollte aussehen wie Anjelica Houston und eine Hakenhand haben. Ein paar Tage später kam mir dann auch ihr Name zugeflogen: Baabra Kadabra. Ich malte das erste Cover und präsentierte das ganze Zwerchfell-Boss Heesch. Der fands gut. Von der ersten Idee bis zu Heeschs O.K. sind, glaub ich, zwei Wochen vergangen.

COMIC!: Wie hast du dich vorbereitet? Du verwendest ja oft auch eher unbekannte Märchen. Hast du die Gesamtausgabe der Gebrüder Grimm gelesen?

Eckart Breitschuh: Ich benutze zwei Ausgaben, die sich meine Frau Lorraine während des Literaturstudiums besorgt hat. Die eine ist eine illustrierte Kinderausgabe, die ich auch Lotte und Joe vorlese, die andere ist eine etwas bibliophilere Erwachsenenausgabe. Daher habe ich dann auch "Fitchers Vogel", in den heutigen Kinderausgaben ist das nicht mehr zu finden. Beides keine Gesamtausgaben, aber (ganz wichtig!) beides ungekürzte und unzensierte Versionen. Mit Märchen wurde viel Schindluder getrieben, letztes furchtbares Beispiel: diese hirnverbrannte Verniedlichungsserie namens "Simsalagrimm". Da wird der Wolf dann halt mal schnell zum Vegetarier geläutert, anstatt mit Steinen im Bauch im Brunnen zu verrecken! Aua!
Zu den unbekannteren Geschichten: Die Märchen der Grimms sind, glaub ich, eh nicht so bekannt wie man erstmal meint. Es gibt halt die fünf oder sechs Tophits, "Schneewittchen" und "Froschkönig", diese Kategorie, aber die übliche Buchausgabe hat um die 40 Geschichten, insgesamt gibt es (ich bitte, mich zu verbessern), glaub ich, um die 200, und wer kennt die schon alle? Kein Wunder also, dass bei GRIMM öfter mal Unbekanntes auftaucht. Zumal das auch individuell variiert, für mich war z.B. die Nr.1, "Die Gänsemagd", schon immer ein ganz wichtiges Märchen. Die meisten Leser aber kennen die Story gar nicht.

Auf den Geschmack gekommen?
Weiterlesen im COMIC!-Jahrbuch 2003!