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Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2002
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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COMIC!-JAHRBUCH 2003

Preisträger 2002 Bester Independent Comic:
"Schattenreich" von Horus

Interview von Klaus N. Frick

Für seinen Comic "Schattenreich" kassierte der Zeichner Horus ohne größere Diskussion den diesjährigen ICOM Independent Comic-Preis. Kein Wunder, denn das Werk steht als schwarzweiß gezeichnete Fantasy-Story für sich allein im hiesigen Sektor und fällt zudem durch die Veröffentlichungsgeschichte auf. Aus Zeitgründen musste das Interview mit dem Zeichner größtenteils per E-Mail erfolgen.

Als Zeichner wurde Horus dem informierten Comic-Fan in Deutschland schon in der zweiten Hälfte der 80er Jahre bekannt. Geschichten erschienen in Heften wie "Algier 1937" oder "Menschenblut". dass Horus in den Jahren zuvor bereits gezeichnet hat, liegt nahe. Gerne spricht er über die ersten Gehversuche allerdings nicht.

Horus: Jeder Künstler hat eine gewisse Lehrzeit, in der er Fingerübungen absolviert und nach seiner Richtung sucht. Das beginnt mit ersten Kritzeleien in Schulheften und entwickelt sich weiter, und schließlich findet einiges dieser Lehrzeit unter den Augen einer am Anfang noch kleinen Öffentlichkeit statt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem der Künstler sagt: "Hier stehe ich, das ist meine Stimme, das ist mein Werk." Ab da erst ist er auch als Künstler wahrzunehmen.

Der in Belgien direkt im Grenzgebiet zu Aachen lebende Zeichner möchte gerne eine klare Linie ziehen. Wer sich für ihn und seine Werke interessiere, müsse die "Dinge, die ich vor diesem Zeitpunkt gemacht habe", nicht kennen. Sie seien nur als Fingerübungen zu betrachten, "nur marginal von größerem Belang als meine Kinderkritzeleien in Schulheften."
Schon vor seinem Album "Brennan Moore", mit dem Horus hierzulande erst einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, arbeitete er in einem sehr charakteristischen Schwarzweiß-Stil. Ein auffallendes Werk in seiner frühen Phase war "The New Machine of Liechtenstein": Der Comic erschien als Beiheft zu einer Langspielplatte der Metal-Band Holy Moses, wurde aber auch im Fanzine LIPPE publiziert. Co-Autor von "New Machine" war Rainer Laws, ebenfalls als Illustrator aktiv, der zu jener Zeit mit Horus zusammenwohnte. Beide teilten ihre musikalischen Vorlieben, Laws spielte eine Zeit lang sogar als Gitarrist bei Holy Moses mit.
Darüber hinaus entstanden einige Piccolo-Comics vor den eigentlichen großen Horus-Arbeiten. Für Horus immerhin eine Möglichkeit, nebenbei ein bisschen Geld zu verdienen, eine Option, die andere Zeichner ebenfalls gerne ergriffen.

Auf den Geschmack gekommen?
Weiterlesen im COMIC!-Jahrbuch 2003!