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COMIC!-Jahrbuch 2003
Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2002
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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Die Comicszene in den Niederlanden
Von Rik Sanders / Aus dem Holländischen von Daniel Prohart und Marie Louise Stegmann
Zuerst gab es 2001 heftige Diskussionen über die Modernisierung von "Suske & Wiske", obwohl der flämische Comic in den Niederlanden immer noch sehr beliebt ist. Um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, verpasste man den Hauptfiguren ein hippe, house-artiges Outfit (Minirock und Top). Diese Neuerung fiel sogar der öffentlichen Presse auf. Allerdings waren beileibe nicht alle Leser von diesem Restyling angetan, was zur Folge hatte, dass die Erben des Schöpfers Vandersteen begannen, die Sache publik zu machen. Dem Verlag blieb nichts anderes übrig, als diese kosmetische Veränderung größtenteils rückgängig zu machen.
Vergangenen Juli stand die Presse schon wieder Kopf - erneut war ein Comic-Klassiker daran schuld. Es handelte sich diesmal um "Asterix und Obelix", die äußerst penibel unter die Lupe genommen wurden, obwohl franko-belgische Comics in Holland ausgesprochen populär sind.
Diesmal war das Problem, dass der Verlag Hachette nicht nur die Geschichten unserer gallischen Helden in ein neues Gewand stecken wollte, sondern zugleich auch den Text komplett neu übersetzt hatte. Die ganze Operation war letztendlich um einiges umfangreicher als zuerst angenommen, da viele Nebenfiguren und Ortsbeschreibungen neu benannt wurden, und, was noch schlimmer ist, auch die Namen zweier Hauptcharaktere, der Häuptling sowie der Barde, die im holländischen bekannt sind unter den (Original-) Namen Abraracourcix (= "à bras raccourcis" = mit aller Gewalt) und Assurancetourix ("assurance tous risques" = Vollkaskoversicherung). Der neue Übersetzer von "Asterix und Obelix", Frits van der Heide, meint jedoch, dass die lustigen französischen Wortspielereien für den niederländischen Durchschnittsleser zu schwierig zu verstehen seien und die Protagonisten nun mit Namen wie Heroix (Majestix) und Kakofonix (Troubadix) ausgestattet werden sollten. Viele Asterix-Fans stimmten jedoch mit dieser Meinung nicht überein. René van Royen und Sunnyva van der Vegt, Autoren der auch in Deutschland veröffentlichten "Asterix - Die ganze Wahrheit" sowie "Asterix auf großer Fahrt" äußerten sich gegenüber der Zeitschrift STRIPSCHRIFT so: Die neue Übersetzung sei eine seltsame Angelegenheit; sie sorge für Diskontinuität in der Serie. Was daraus folge sei ein Kommunikationsproblem zwischen jungen und älteren Lesergruppen.
Aber es tat sich noch mehr Aufsehen erregendes in der niederländischen Comicszene. So sind die Vorbereitungen für die goldene Jubiläumsfeier des Wochenblatts "Donald Duck" in vollem Gange. "Donald Duck", das zum ersten Mal am 25. Oktober 1952 in den Niederlanden erschien, vereint noch immer eine Leserschaft von über 300.000 Fans. Dafür sorgt die tolle Gruppe von Zeichnern und Autoren, die den klassischen Carl Barks-Stil gekonnt mit einem typisch niederländischen Kolorit zu färben weiß.
Ein anderer Höhepunkt war der 90. Geburtstag des Nestors der niederländischen Comic-Erzählung und Schöpfer des "Ollie B. Bommel". Zu diesem Anlass enthüllte die Stadt Rotterdam - Toonders Geburtsort - am 12. Juli ein Bommel-Denkmal.
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