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Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2002
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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COMIC!-JAHRBUCH 2003

Ein guter Nährboden
Interview mit Tim S. Weiffenbach

Von Burkhard Ihme

COMIC!: In der Comic-Szene kennt man dich fast ausschließlich von deinen Illustrationen für die neue Ausgabe des ICOM-Ratgebers "Honorare, Verträge, Urheberrecht". Kannst du uns einen kurzen Abriss deines Arbeitsgebietes geben?

Tim S. Weiffenbach: Ganz ehrlich - auch wenn den Comics meine Liebe gilt, so sorgen doch die Werbeaufträge dafür, dass diese Liebe auch Nahrung hat. Insofern bin ich doch eher käuflicher Illustrator als künstlerisch ambitionierter Comicschaffender. Als solcher verstehe ich meine Arbeit viel mehr als künstlerische Problemlösung denn als reine Kunst. Wenngleich die Bedeutung von Illustration (illustrare = erhellen) mir sehr wichtig ist, geht es nicht ums pure Abbilden, sondern um eine zeichnerische Beleuchtung (Interpretation) der Botschaft.
Zum Thema Comic schlummert schon seit längerem ein Großprojekt in meiner Schublade, für das ich mit einem Freund zusammen ein Rohszenario und Skizzen gemacht habe. Es ist absolut ungewöhnlich, grenzüberschreitend - und irgendwie völlig unausgereift. Insofern hält es noch ein wenig Winterschlaf, leider. Es fehlt im Moment an Zeit und Geduld.

COMIC!: Wie sah dein Ausbildungsweg aus? Ich nehme an, ein Studium im Fach "Graphic Design"...

Tim S. Weiffenbach: Richtig - studiert habe ich Kommunikations-Design an der FH Darmstadt mit Schwerpunkt Illustration. Hier und da konnte ich sogar kleine Comicproduktionen als Semesterarbeiten tarnen - interessanterweise sogar zur Freude meiner Dozenten.
Angefangen hat aber alles schon viel früher - und zwar nach üblichem Schema: Erst die elterliche Wohnung mit Wachsstiften verschönern, später in der Schule den Unwillen der Lehrer mit voll gekritzelten Heften herausfordern und dann so gegen Abi hin die ersten Veröffentlichungen in Stadtblättern und Fanzines ergattern. Als Zivi dann endlich so richtig schöne Veröffentlichungen in U-Comix und Caiser's sehr feine Comics.
Abgerundet wurde die Ausbildung dann durch Kurse bei der Kubert School of Cartooning aus USA. Der Rest ist irgendwie autodidaktisch.

COMIC!: Kannst du zu deinen Erfahrungen mit der Kubert School etwas erzählen?

Tim S. Weiffenbach: Die Kubert School of Cartooning in USA ist, wie der Name schon sagt, vom Altmeister Joe Kubert gegründet worden, ebenso wie ein angegliederter, exzellenter Art Supply Shop. Die School hat sich auf Fernunterricht spezialisiert und bietet umfangreiche Kurse zu verschiedensten Themen an, z.B. "Inking", "Horror", "Story Graphics" und viele mehr. Sobald man sich "einschreibt" erhält man ein dickes Paket mit Material, d.h. von Pinsel und Tusche etc. bis zu einem mächtigen Arbeitsbuch mit begleitender Video-Kassette (NTSC!). Kapitel für Kapitel wird man dann in die Arbeitsweise eingeführt und schickt zu jedem Kapitel "Hausaufgaben" an die School. Diese werden sorgfältig korrigiert und zurückgeschickt mit Tipps und Verbesserungen. Ein solcher Kurs kostet ca. 300 s, ist sein Geld aber in jedem Fall wert. Allein dem Meister auf dem Video über die Schulter sehen zu können ist Lerneffekt genug. Mir hat es einiges gezeigt, was man als Autodidakt eben nicht immer sehen und wissen kann, und ich habe davon profitiert. Ich kann es also jedem, der wirklich interessiert ist, nur empfehlen.
www.kubertsworld.com

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