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COMIC!-Jahrbuch 2003
Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2002
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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"Stillstand halte ich für unerträglich!"
Ein Gespräch mit Jutta Bauer
Von Petra Lakner
Mitte der Achtziger Jahre wurde Jutta Bauer durch ihre Cartoons in der Zeitschrift "Brigitte" einem breiten Publikum bekannt. Dort schlug sich eine sympathische, immer leicht hektische Frauenfigur mit ihrem Alltag aus Beziehungsdramen, Schönheitsproblemen und Selbstzweifeln herum. Die Karikaturen waren gekennzeichnet durch eine ganz eigene, liebevolle Bissigkeit, die wir in den Arbeiten der Künstlerin immer wieder finden.
Begonnen hat Jutta Bauer, die sich vom Cartoon-Zeichnen inzwischen etwas zurückgezogen hat, als Kinderbuch-Illustratorin. Unter den Autoren, deren Geschichten sie bebildert hat, finden sich so hochkarätige Namen wie James Krüss, Christine Nöstlinger und Kirsten Boie; sogar Christian Morgenstern kam zum Zuge. Inzwischen schreibt Jutta Bauer ihre eigenen Geschichten und arbeitet an Trickfilmen. Mit über 40 von ihr illustrierten Büchern ist nicht nur ihr Werk umfangreich. Dasselbe gilt für die Anzahl der Preise, die sie eingeheimst hat, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch für die kleine, aber feine "Schreimutter".
COMIC!: Zuerst die obligatorische Frage: Wie bist du zum Zeichnen gekommen?
Jutta Bauer: Ich wollte von Kindesbeinen an Zeichnerin werden. In der Schule war ich nicht besonders gut, außer in Kunst, Deutsch und Musik. Vielleicht wäre ich auch gerne Musikerin oder eine Art "Weltverbesserin" geworden, aber dafür hat es dann doch nicht gereicht. Zeichnen fiel mir immer leicht.
COMIC!: Was meinst du mit "Weltverbesserin"? Bist du politisch engagiert?
Jutta Bauer: Während meines Studiums an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung war ich politisch sehr engagiert. Ich habe zeitweise mehr Flugblätter verteilt, als mich dem Studium gewidmet. Bis 1987 war ich Mitglied in der DKP, gegen Ende allerdings mit einiger Skepsis. Gesellschaftliches Engagement halte ich für sehr wichtig, allerdings ist mir irgendwann klar geworden, dass das Leben ein viel zu kompliziertes Mosaik ist, um es auf eine so eindeutige Formel zu bringen.
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