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Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2002
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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COMIC!-JAHRBUCH 2003

Comic-Salon vor dem Kollaps?
18 Jahre Erlangen (1984-2002)
Ein Rück- und Ausblick zum 10. Comic-Salon

Von Martin Frenzel

Der Lotse des Comic-Salons geht von Bord. Mit dem diesjährigen Internationalen Comic-Salon im Juni 2002 zu Erlangen geht eine Ära zu Ende: Es war dies Karl Manfred Fischers zehntes und letztes Festival rund ums "Prinzip Bildgeschichte" (Dietrich Grünewald), 18 Jahre voller Elan, Esprit und Extraklasse. Der inzwischen 66jährige Mittler von und zwischen vielen künstlerischen Sparten, Schöpfer auch anderer fränkischer Kultur-Großereignisse wie des Erlanger Poetenfestes und des nicht minder renommierten Erlanger Figurentheaterfestivals, Kultur-Pionier seit 1976, tritt definitiv ab. Er, eine Ikone der "Kultur-für-alle"-Politikergeneration (neben so namhaften Kollegen wie Frankfurts Hilmar Hoffmann oder Nürnbergs Hermann Glaser), setzte mit Findigkeit, noch mehr Charme und einer ordentlichen Portion Eigensinn weltoffene Maßstäbe für Erlangen.

Fischer hinterlässt dem künftigen Leiter des Bereichs "Event" im Kulturamt Erlangen, Bodo Birk, der sich selbst als Fischer-Schüler sieht, große Fußstapfen. Birk wird kraft Amtes auch neuer Leiter des Comic-Salons, dessen endgültiges Schicksal - allen politischen Beteuerungen zum Trotz - noch nicht entschieden ist. Der Nürnberger PLÄRRER (Mai-Ausgabe 2002) hat schon Recht, wenn er von Fischers langem Schatten schreibt, in dem jeder andere klein und nichtig wirke.
Fischer und sein Team setzten seit 1984 gerade im Bereich der Comic-Biennale kulturelle Maßstäbe, die eine hohe Meßlatte darstellen für jeden neuen Event-Manager und schon gar für jeden neuen Amtsleiter. Es gilt nun, das enorme kulturelle Kapital, dass sich die Stadt - dank Fischer & Co - erworben hat, nicht fahrlässig zu verspielen.
Das Ende der Ära Fischer ist Grund genug, im COMIC!-Jahrbuch einmal die letzten achtzehn Jahre Comic-Salon Revue passieren zu lassen: von den Anfängen des damals noch sehr gemütlich-schnuckeligen, sehr familiären Festivals der bunten Bilder 1984, als der Österreicher Chris Scheuer auf dem Schlösschen Atzelsberg nahe Erlangen als erster deutschsprachiger Comic-Künstler mit dem damals brandneuen Max-und-Moritz-Preis prämiert wurde. Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich noch gut daran, weil er seinerzeit Gelegenheit hatte, während des ganzen Abends neben Chris Scheuer zu sitzen und nett mit ihm zu plaudern ...

Auf den Geschmack gekommen?
Weiterlesen im COMIC!-Jahrbuch 2003!