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Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2001
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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Zeitungskiosks ade
Der Comicmarkt in Italien

Von Gianni Bono
Aus dem Italienischen von
Antonio Dell‘Osta und Petra Götz


Unwetterwolken kreisen über dem Verlagswesen des italienischen Comics, das Barometer steht schon seit einigen Jahren konstant auf "schlecht Wetter". Der Verdacht liegt nahe, dass diese Situation nicht nur allein unser Haus betrifft. Tatsächlich ist die Krise des Comics in Italien nicht allein durch örtliche Faktoren zu erklären. Das zunehmende Desinteresse an diesem Medium von Seiten der jungen Generationen ist weltweit größer als je zuvor.
Beinahe alle Herausgeber von Comics in Italien beklagen den zunehmenden Zielgruppenverlust der Leser von 7-10 Jahren. Der Grund dafür ist nicht schwer zu erkennen. Das Freizeitangebot durch die zahlreichen Videospiele und den PC scheint gleichzeitig größter Konkurrent und bester Ersatz zu sein. Es ist kein Geheimnis, dass der weltweite Erfolg der Sony Playstation und der im Taschenformat ideale Game Boy die Jugend immer mehr vom Medium Comic entfernt. Aber das scheint noch nicht alles zu sein.
Der Kampf zwischen diesen beiden Unterhaltungsformen ist nicht nur ein Zeitfaktor. Noch vor ein paar Jahren waren die in der Welt der Videospiele geschaffenen Figuren nur Puppen ohne Seele. Heute bemüht sich die Videospiel- Industrie mehr um Helden als um den technischen Ablauf der Spiele. Sollte diese Taktik erfolgreich sein, wäre es möglich, den Helden Leben einzuhauchen, wie bei "Lara Croft" oder "Tekken". Mutige Abenteurer wie in "Final Fantasy" sind die besten Beispiele dafür, wie Helden in den endlosen Welten geschaffen werden, ob geschrieben oder gezeichnet. Ganz zu schweigen von der Unterstützung zahlreicher Zeichentrickfilme, die auf öffentlichen und privaten Kanälen gesendet werden. Das Nachmittagsfernsehen zeigt immer häufiger japanische Zeichentrickhelden und es werden zunehmend mehr. Beispiele für erfolgreiche Figuren sind u. a. "Pokemon" und "Dragon Ball". Diese Helden werden von der Fernbedienung zum Joystick geleitet, auf den Bildschirm gebannt und erfolgreich in der Spielzeugindustrie vermarktet. Dadurch wird dem Comic immer mehr Raum genommen. Noch vor 10 Jahren war es undenkbar, dass die Medien Fernsehen und Comic jemals einen Konkurrenzkampf ausfechten würden, doch die spektakulären Storys lassen sich mittlerweile in der Computeranimation wesentlich intensiver und realistischer darstellen als im Comic. Während sich die Unterhaltungsform via PC in rasanten Schritten entwickelt, müssen sich die Comicschaffenden mit kleinen Vorwärtsschritten, speziell im Bereich der Kolorierung, begnügen...

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