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COMIC!-Jahrbuch 2001
Burkhard Ihme (Hrsg.)
Oktober 2001
240 Seiten DIN A4, S/W
EUR 15,25
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COMIC!-JAHRBUCH 2001

Vorwort

Von Burkhard Ihme


Das vorliegende Jahrbuch ist das zweite des ICOM und des Herausgebers und war eine mindestens so schwere Geburt wie sein Vorgänger. Das hat in erster Linie mit der verkürzten Produktionszeit zu tun (da das Jahrbuch weit davon entfernt ist, sich finanziell selber zu tragen, muß die ICOM-Mitgliederversammlung im Oktober den Etat und damit ein weiteres Erscheinen beschließen). Und leider sind die Autoren dünn gesät, die sich für schmales Entgelt der ständigen Drohung eines Redaktionsschlusses unterwerfen wollen.

Den Käufern des COMIC!-Jahrbuch 2000 wird nicht entgangen sein, daß wir den Preis drastisch angehoben haben. Dies bedeutet jedoch nicht, daß damit die Kalkulation kaufmännischen Ansprüchen genügen würde. Allein um die Kosten zu decken, müßte das Buch zum doppelten Ladenpreis abgegeben werden. Die Differenz wird, wie schon im vergangenen Jahr, von den Mitgliedern des Interessenverbandes Comic e.V. ICOM mit einem großen Anteil ihrer Jahresbeiträge beglichen.

Damit sind wir auch schon beim ersten Thema des Jahrbuchs. Vor zwanzig Jahren trafen sich ebenso viele Zeichner, Autoren und Journalisten, um eine Interessenvertretung für Comic-Profis und -Semiprofis ins Leben zu rufen. Darunter befanden sich auch einige Mitarbeiter der legendären COMIXENE (die allerdings ein halbes Jahr später ihr Erscheinen einstellen mußte); die meisten von ihnen haben quasi deutsche Comic-Geschichte geschrieben: Andreas C. Knigge, Achim Schnurrer, Eckart Sackmann und der COMIXENE-Hauszeichner Eddy Brons. Auch viele der übrigen "Gründungsteilnehmer" sind heute noch ein Begriff: I. Astalos, Jürgen Baron, Horst Berner, Max Berthold, Rolf Boyke, Hajo F. Breuer, Ruth Brons-Albert, Hendrik Dorgathen, Yannick Falleck, Norbert Grän, Burkhard Ihme, Dieter Kalenbach, Hansi Kiefersauer, Piit Krisp, Marianne Nuß, Ingo Stein, Willy Zeyen und Gerd Zimmer.

Das COMIC!-Jahrbuch als Jubiläumsschrift des ICOM zu bezeichnen, wäre sicher verfehlt, aber würde das Jahrbuch ausgerechnet in diesem Jahr nicht erscheinen, könnte dies durchaus als Zeichen einer schlechten Terminplanung aufgefaßt werden.

Dem COMIC!-Jahrbuch 2000 wurde die mangelnde Übersichtlichkeit vorgeworfen. Dem haben wir durch eine leicht modifizierte Grafik Rechnung getragen. Waren unsere Vorgänger und Vorbilder, COMIC JAHRBUCH und COMIC ALMANACH (1986-1993 bei Ullstein, Carlsen und ComicPress erschienen) aussagekräftig in "Dossier", "Magazin" und "Markt" bzw. "Nahaufnahme", "Rundschau" und "Rückblick" unterteilt, so ist uns ähnlich Fundamentales nicht geglückt. Unsere Rubriken (durch verschiedefarbige Fonds am oberen Seitenrand kenntlich gemacht) sind:

ICOM

COMIC UND GESELLSCHAFT
Unter dieser Überschrift sind Artikel über das immer wiederkehrende Thema "Zensur" (bereits 1987 schrieb Wolfgang J. Fuchs im COMIC JAHRBUCH über die Indizierungspraxis der Bundesprüfstelle) und über Comics von bzw. über die relativ kleine Randgruppe der Transgender (Transsexuelle) zusammengefaßt.

Der Anlaß ist erfreulich und betrüblich zugleich: In diesem Jahr wurde nach sechs Jahren der Prozeß gegen Achim Schnurrer, Hörb Schröppel und Ilse Achatz, Geschäftsführer von Alpha Comic Verlag/Edition Kunst der Comics und der Auslieferung Packwahn, eingestellt. Als Bedingung daran geknüpft war ein Verzicht der Angeklagten auf Regreßforderungen gegen die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren durch drei Instanzen gepeitscht und durch aufsehenerregende Ermittlungsmethoden den Verlag an den Rande des oder möglicherweise sogar in den Ruin getrieben hat.

ATELIERBESUCH
Hartmut Klotzbücher, Helmut Murek, Klaus Wilinski und F.W. Bernstein (Fritz Weigle) gewährten uns Einblicke in ihr Schaffen.

AUSBILDUNG
Die Ausbildung zum Comiczeichner liegt in Deutschland nach wie vor im argen, zumal der Bedarf an Spezialisten der Graphischen Literatur eher gering ist. Einer der wenigen Kurse findet alljährlich in Erlangen statt. MOSAIK ist die einzige Comiczeitschrift mit einem festen, z.T. selbstausgebildeten, Zeichnerstab. Roland Trost besuchte das "Atelier BD" am Institut Saint-Luc in Brüssel und beschreibt den Studiengang.

MARKT/DER INTERNATIONAlE COMIC-MARKT
Unter dieser Überschrift findet man Berichte und Interviews über das Marktgeschehen in Deutschland, Frankreich und Belgien, USA, Niederlanden, Italien und Polen. Dieser internationale Marktüberblick ist neu bzw. wieder im Jahrbuch vertreten. Damit kamen wir den Bitten der Leser unserer Vorgänger-Publikationen COMIC JAHRBUCH und COMIC ALMANACH nach, die diese feste Rubrik auch im COMIC!-Jahrbuch lesen wollten. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, denn ein Drittel der Leser dieses Jahrbuchs sind die ICOM-Mitglieder, und die sehen in einem mit ihren Verbandsbeiträgen finanzierten Buch lieber Themen, die sie und ihre Situation im deutschsprachigen Raum eher tangiert.

DIE PREISTRÄGER DES ICOM INDEPENDENT COMIC PREISES
Wie auch im Jahrbuch 2000 werden die Preisträger des vom ICOM seit 1994 vergebenen (und im Gegensatz zum Max-und-Moritz-Preis auch mit insgesamt 4000 DM dotierten) Preises vorgestellt. Da die Preisverleihung 2001 bereits im April stattfand (und zudem der Redaktionschluß des Jahrbuchs sukzessive nach hinten wanderte), sind nun die Preisträger aus zwei Jahren (wobei der Bewertungszeitraum durch die Umstellung auf das Kalenderjahr insgesamt nur 14 Monate betrug) enthalten. Karsten Schwenzfeier stand durch einen USA-Aufenthalt leider nicht für ein Interview zur Verfügung.

COMPUTER
Die Gemeinsamkeit der Themen: bei Comic im Internet, Flash-Animation und digitalem Mattepainting geht nichts ohne den Rechner.

So, und nun wünschen wir noch viel Spaß beim Lesen


Auf den Geschmack gekommen?
Weiterlesen im COMIC!-Jahrbuch 20001