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ICOM Independent Comic Preis
Die Gewinner des ICOM Independent Comic Preises 2015
Bester Independent Comic

„Als ich mal auf hoher See verschollen war“
von Maximilian Hillerzeder
(Edition Kwimbi)


Wenn eine Comic-Geschichte, eine Comicpublikation oder deren Autor in der Endphase einer Jurysitzung öfter von einem Stapel auf den anderen hin und her geschoben wird, ist das meistens ein gutes Zeichen. Denn wenn sich ein Werk (bzw. dessen Schöpfer) für gleich mehrere Kategorien als Top-Tipp qualifiziert, dann ist die Chance recht hoch, dass dieses Werk (bzw. sein Autor) am Ende den Hauptpreis mitnehmen kann. So geschehen mit „Als ich mal auf hoher See verschollen war“ von Maximilian Hillerzeder.

Tatsächlich überzeugt das Werk auf gleich mehreren Ebenen. Da ist zum einen der leicht zugängliche, witzige und angenehm zu lesende Semi-Funny-Stil, nicht ohne das eine oder andere künstlerische Highlight, und zum anderen, und wahrlich last not least, die im besten Sinne völlig abgedrehte Story.

Denn gerade diese, mit ihren traumhaft anmutenden Assoziationssprüngen, ihrem subtilen bis brachialen Humor und die den eh bereits nach ein paar Seiten im „brace for impact!“-Modus laufenden Leser immer wieder überraschenden Wendungen machen diese skurrile und amüsante Geschichte nicht nur ausgesprochen lesenswert sondern vor allem auch absolut preiswürdig.

Maximilian Hillerzeder hat die Jury im Laufe der Jurierung auch mit anderen Geschichten, teilweise in Comicmagazinen veröffentlicht, überzeugt. Es war recht rasch klar, dass er einen Preis erhalten würde. Nun ist es der Hauptpreis geworden. Und womit? Mit Recht.

Harald Havas
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

Bester Kurzcomic

„Insel Karkinos“
von Tim Gaedke


Ein Junge erwacht in einem Verlies, ohne zu wissen, wie er dorthin gekommen ist. Dort trifft er eine freundliche Schildkröte, die ihm als eine Art Mentor zur Seite steht. Er soll einem Untier geopfert werden, weiß die Schildkröte, die versuchen will, dem Jungen zu helfen. Doch auf der Flucht lauern allerhand Gefahren. Tim Gaedkes Kurzgeschichte beginnt wie eine klassische Abenteuerstory oder ein Computerspiel, nimmt aber bald eine ebenso überraschende wie berührende Wendung.

Mit einem reduzierten Zeichenstil, zurückhaltender Kolorierung und kurzen, sehr pointierten Dialogen gelingt es Gaedke, den Leser sehr schnell zu packen und sofort eine emotionale Bindung zur Hauptfigur herzustellen. Mit viel Gespür für Dramaturgie und Timing steuert er sein Protagonistenduo durch die Story. Wenn sich dann in der zweiten Hälfte des Comics der Raum öffnet und die Panels größer werden, sind wir bereits mittendrin im Geschehen und lassen uns von der Wucht des Finales umso stärker treffen.

Oft tun sich Kurzcomics schwer, auf knapp bemessenem Raum eine wirklich runde, komplette Geschichte zu erzählen, die nicht nur anreißt und andeutet. Wenn ein Künstler diese schwere Aufgabe immer wieder meistert, dann kann es schon mal vorkommen, dass er sich den Preis für den besten Kurzcomic gleich zweimal in Folge verdient.

Thomas Kögel
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

Herausragendes Szenario

„The Right Here Right Now Thing“
von Paulina Stulin
(Jaja Verlag)


Paulina Stulin erschafft laut eigener Aussage Alternativversionen ihres Lebens in Comicform. Mit „Mindestens eine Sekunde. Und höchstens dein ganzes Leben“ hat sie ihr narratives Können und ihren Einfallsreichtum bewiesen. Das vorliegende Werk ist noch eine Stufe besser.
Die Geschichte ist erneut in Krakau angesiedelt, und zwar in dessen wunderschönen, bunten Nachtleben. Hier trifft die Protagonistin auf einen gesichtslosen Nonkonformisten, der irgendwo zwischen der von Cartoonisten und Comiczeichnern gefeierten Tod-Allegorie und individualistischem Freak einzuordnen ist. Gemeinsam ziehen sie durch Krakauer Szene-Kneipen, Clubs und Wohngemeinschaften. Die Bilder verschwimmen hinter dem Rauch der Zigaretten und den Lichtern der Nacht. Am nächsten Morgen ist die Heldin seltsam verzaubert – ernüchtert, aber irgendwie doch glücklich. Wie nach dem Aufwachen aus einem wunderschönen Traum. Der Leser darf entscheiden, ob es sich um Wirklichkeit oder Traum handelt. Zumindest sind die Szenen so unkonventionell, dass sie glatt der Realität entspringen könnten, die Charaktere so abgedreht, dass es sie tatsächlich geben könnte.

Paulina Stulin erzählt von den perfekten Momenten, die das Leben ausmachen und hat im Comic ein ausgezeichnetes Medium dafür gefunden: Nach ihrem Verständnis selektiert er die besonderen Dinge aus dem Leben und arrangiert diese in Panels und Seitenlayouts zu erzählenswerten Geschichten. Dass sie sich gerade in einer dieser Geschichten befinden, bemerken die beiden Seelenverwandten in einer selbstreferenziellen, zentralen Szene. Die Erzählung ist ruhig, atmosphärisch und persönlich. Bei Dialogen gilt die Devise „weniger ist mehr“. Die Szenenübergänge sind geschickt ausgeführt. Hier merkt man der Autorin Scott McLoud als „selbsterwählten Erziehungsberechtigten“ an. Am Ende spielt sie noch einmal mit den (typischen) Erwartungen des Lesers. Philosophisch tiefgründiger Stoff kommt auf leichten Füßen daher und nimmt sich dabei selbst nicht allzu ernst.

Max Höllen
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

Herausragendes Artwork

„Die kleine blaue Melancholie“
von Yi „Yinfinity“ Luo


Die chinesische Künstlerin Yi „Yinfinity“ Luo lebt seit 2007 in Deutschland und veröffentlicht seit 2010 Comics – unter anderem auf ihrem Blog „Hugehead“ unter http://the-yinfinity.com. Das Heft „Die kleine blaue Melancholie“ enthält die zwei berührenden autobiografischen Geschichten „Graces Flasche“ und „The 6th Year“. „Graces Flasche“ erzählt dabei eine Episode aus ihrer Schulzeit in China, „The 6th Year“ fasst ihre Studienzeit in Deutschland sowie die Reisen und das Leben zwischen beiden Ländern zusammen. Beide Storys empfehlen sich durch ein bemerkenswert klares und gleichzeitig charmant-verspieltes Artwork. Yinfinity zeigt einen ausdrucksstarken, fließenden Strich, den sie in lebendige Zeichnungen umsetzt. Ein Gespür für stimmungsvolle Farb- und Bildkompositionen sowie lebendige Designs runden das Artwork ab, mit dem ihr eine hervorragende Inszenierung der zugänglichen Kurzgeschichten gelingt. Nachdem die Künstlerin der Jury bereits in den vergangenen Jahren mehrfach auffiel und 2013 eine lobende Erwähnung für die Kurzgeschichte „Schatz“ (in „Jazam! 7“) erhielt, zeichnen wir nun „Die kleine blaue Melancholie“ als Herausragendes Artwork 2015 aus. Dabei wollen wir auch ihren ebenfalls eingereichten Kurzcomic „Morgen“ in „Jazam! 9“ nicht unerwähnt lassen.

Anne Delseit
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

Sonderpreis der Jury für eine bemerkenswerte Comicpublikation


„Ach so ist das?!“
von Martina Schradi
(Zwerchfell Verlag)

Diese Laudatio ist eigentlich eine kleine Geschichte. Nachdem der offene Karton mit den gefühlt 500 Einreichungen zum ICOM-Preis eine Weile offen bei mir im Wohnzimmer stand, fischte sich eines Tages meine Kleintochter, 9, den Band „Ach so ist das?!“ von Martina Schradi heraus und begann darin zu lesen. Dass es in diesem Band in erster Linie um Lesben, Schwule und andere sexuelle Minderheiten (wenn man so will) geht, hat mich als Vater keine Bohne gestört. Schließlich gehen in ihre Volksschulklasse (in Deutschland heißt das wohl Grundschule) auch zwei Mädchen die zwei lesbische Mütter haben, die sie beide auch beide als solche ansehen, obwohl jeweils die eine und die andere die leibliche Mutter von jeweils der einen und der anderen Tochter ist. Die beiden Mädchen sind sehr gute Freundinnen meiner Tochter, es gab bereits zahllose gegenseitige Übernachtungen ... Also sind solche (wenn man so will) alternative Partnerschaften und Lebensentwürfe für meine Tochter kein Problem, sondern gelebte Realität. Dennoch versuchte ich ihr testweise andere, vielleicht doch ein wenig kindgerechtere, Comics unterzujubeln. Und scheiterte. Sie blieb bei dem Band und las ihn in den folgenden Tagen fertig. Und dann empfahl sie ihn ihrer Schwester, meiner Großtochter, elf. Die den Band dann ebenfalls komplett auslas. Nun, welches Kompliment kann größer sein als dieses, wenn ein Projekt so perfekt funktioniert, dass es eine seiner Zielgruppen quasi im Blindflug von selbst findet?

Wir drei haben danach nicht sehr viel über den Inhalt gesprochen. Ich finde, das war auch gar nicht notwendig. Denn „Ach so ist das?!“ spricht völlig autark für sich, sein Anliegen und nicht zuletzt seine Protagonisten. In einem gefälligen Funny-Stil (von dem ich zwar manchmal den Verdacht habe, dass er das Leben der Personen rein durch die Optik etwas beschönigt, aber andererseits geht es hier auch nicht darum ein Sozialdrama abzuliefern) werden mehr oder weniger locker und leichtfüßig Personen vorgestellt, Schicksale erzählt, Lebensentwürfe beleuchtet. Alle authentisch und der Zeichnerin persönlich von den dargestellten Personen übermittelt.

Ein großes Projekt, ein wichtiges Projekt. Und das betrifft nicht nur die Publikation selbst, sondern auch die begleitenden Aktivitäten im Netz (www.achsoistdas.com) und realen Poster und Ausstellungen vor Ort, unter anderem in Schulen. Kurz gesagt: Wenn man auf der Suche nach einem Kandidaten für den „Sonderpreis der Jury für eine bemerkenswerte Comicpublikation“ ist, kann man selten einen würdigeren Preisträger finden.

Harald Havas
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

Sonderpreis der Jury für eine besondere Leistung oder Publikation

Comic Solidarity
(Eva Junker, Lukas Wilde, Sebastian Kempke)


Dass die deutsche Independent-Szene mit ihrer stilistischen und inhaltlichen Vielfalt ein unverzichtbarer Teil der deutschen Comiclandschaft ist und die Webcomics dabei eine wichtige Rolle spielen, muss längst nicht mehr bewiesen werden. Trotzdem versetzt uns die Vielzahl der Publikationen regelmäßig in begeistertes Staunen – nicht nur bei der Sichtung der eingereichten Beiträge des ICOM-Preises, sondern beim Stöbern auf zahlreichen Veranstaltungen sowie beim Stöbern im Netz. Das Internet bietet den Künstlerinnen und Künstlern schier unbegrenzte Möglichkeiten, die eigenen Werke einem großen Publikum zugänglich zu machen. Doch gleichzeitig laufen sie in den Weiten des Netzes auch Gefahr, zu einsamen Einzelkämpfern zu werden und in dem schnelllebigen Medium unterzugehen.

Umso wichtiger ist das Netzwerken und zwar nicht nur online, sondern auch offline auf Messen. Mit der Comic Solidarity wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das nicht nur den Künstlerinnen und Künstlern aus dem Netz Gelegenheiten schafft, sowohl online als auch offline präsenter zu sein und sich leichter zu vernetzen. Durch die Organisation gemeinschaftlicher Präsentationsflächen und Programmpunkten auf Veranstaltungen wie dem Comic Salon Erlangen 2014 ist die Projektgemeinschaft zu einem zentralen Element der deutschen Independent-Szene geworden, das man nicht mehr wegdenken will. Für dieses Engagement zeichnen wir die Comic Solidarity mit dem Sonderpreis der Jury für eine besondere Leistung aus.

Anne Delseit
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

Lobende Erwähnungen

„Mister Origami“
von Bastian Baier und Robert Mühlich
(Zwerchfell Verlag)


Philipp Krautstengel, von Statur eher ein Hokkaido-Kürbis, möchte bei dem alten Kampfsportmeister Origami Karate lernen. Diese traditionelle Erzählstruktur ist Grundlage für eine komische Rahmenhandlung mit allerhand skurrilen, episodischen Rückblenden. Dem ambitionierten Schüler geht es nicht um persönliche Rache, edle Prinzipien oder die Rettung einer Prinzessin: Er möchte in die Fußstapfen der Ninja-Turtles treten und seiner Angebeteten imponieren. Die Karatestunden werden allerdings weniger zum Kampftraining, als zur Kontemplation des in die Jahre gekommenen Kampfprofis genutzt.

Das Artwork vereint Elemente aus Cartoon und Comic: Ein präziser Strich und eine flächige, harmonische Kolorierung lassen liebenswerte, originelle Figuren vor schlichten Hintergründen entstehen. Dialog- und Situationskomik wird durch einen intelligent konstruierten Panel-Rhythmus verstärkt. Ab und zu beweisen die beiden Künstler Mühlich und Baier ein Geschick für rasante Aktion-Szenen, die aus dem vergnüglichen Rahmen herausbrechen.

Mit seinen vielen intertextuellen Anspielungen auf Kampf-, Aktion und Trickfilme, Star Wars und Stephen King ist der Comic eine spaßige Abwechslung zu so manch ernsthafter Thematik, die im deutschen Comicbetrieb heutzutage zu finden ist. Und wenn auch das Ende einer gewissen Tragik nicht entbehrt, so muss man doch lauthals lachen.

Max Höllen
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

„Mondo 2“
Herausgeber: Tim Gaedke

Was „Mondo 2“ betrifft würde es eigentlich genügen zu sagen, dass es sich dabei um eine herausragende Anthologie von zu Herzen gehenden Kurzgeschichten in unterschiedlichen, aber jeweils ausgereiften und liebenswerten Funny-Stilen handelt.

Da das für eine lobende Erwähnung dann doch etwas zu kurz wäre, möchte ich etwas genauer ausführen, dass die Geschichten von Jeff Chi, Tim Gaedke, Maximilian Hillerzeder, Noody, Schlogger, Dominik Pete Wendland und Irina Zinner lauter kleine Gemmen sind. Die, mal realistischer, mal phantastischer in Inhalt wie Stil, Einblicke in Momente des Lebens ihrer Protagonisten bieten. Die interessieren, faszinieren oder sogar zum Nachdenken anregen. Funny im Sinne von lustig ist eigentlich keine einzige davon. Was wieder einmal deutlich zeigt, dass wir es in der Community zwar wissen, es aber noch immer mangelhaft nach außen gedrungen ist, dass der Zeichenstil eines Comics vorn ab rein gar nichts über seinen Inhalt aussagt. Übrigens habe ich erst beim Schreiben dieser Laudatio bemerkt, was da auf dem Backcover links unten gezeichnet ist. Böser Mawil!

Harald Havas
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

„Oh 3“
(Zwerchfell Verlag)

Die deutsche Independent-Szene bringt Jahr für Jahr viele bemerkenswerte Gemeinschaftsprojekte und Anthologien hervor, und eigentlich möchte man sie alle lobend erwähnen. Aufgefallen ist 2014 aber vor allem die dritte Ausgabe des Oh!-Magazins, in dem Autor Christoph Mathieu und die Comiczeichnerinnen Lew Bridcoe, Caroline Ring und Asja Wiegand zum dritten Mal eine gemeinsame Geschichte erzählen. Nachdem sich Band 1 um einen Fuchs und Band 2 um Frösche drehte, spielen in Band 3 Quallen eine zentrale Rolle. In der kurzweiligen Story lässt der Protagonist einschneidende Erlebnisse seines bisherigen Lebens Revue passieren, während er an einen Urlaubsort seiner Kindheit zurückkehrt – ein Aquarium mit eben jenen Quallen. Thematisiert werden Freundschaft, Alltagsabenteuer, die erste Liebe, Chancen, Anfänge, Enden und Neuanfänge. Den Zeichnerinnen gelingt es dabei, den Band wie aus einem Guss erscheinen zu lassen und eine idyllisch-verträumte Atmosphäre zu kreieren, die dazu einlädt, sich in die Welt von „oh“ fallen zu lassen. Wir warten neugierig auf das nächste „oh“ und sind gespannt, was auf Fuchs (Band 1), Frösche (Band 2) und Quallen (Band 3) folgt.

Anne Delseit
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

„Penner“
von Christopher Burgholz
(Jaja Verlag)

Walter ist ein Penner, ein Obdachloser. Er hatte mal Job und Familie, jetzt trinkt er, lebt auf der Straße und hat schwere gesundheitliche Probleme. Die Figur ist fiktiv, aber eng an die Wirklichkeit angelehnt. Es gibt viele Walters in unserem reichen Land.

Christopher Burgholz erzählt sehr unaufgeregt eine eigentlich ziemlich unspektakuläre Biografie aus dem deutschen Alltag. Der lakonische Tonfall, den er seinem Protagonisten in den Mund legt, spiegelt sich in seinem Zeichenstil wider: dicke Linien, eher grob als fein, getaucht in verschiedene Schattierungen von Rot- und Brauntönen. Die erdige Stimmung, die durch dieses Artwork und nicht zuletzt durch die ungewöhnliche Farbgebung erzeugt wird, trägt viel dazu bei, dass „Penner“ kein didaktischer Zeigefingercomic, sondern ein melancholisches, realistisches und einfühlsames Porträt vom oft übersehenen Rand der Gesellschaft ist.

Thomas Kögel
"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Lebensfenster 2015"
Kurt-Schalker
-Preis für graphisches Blogen

geht in diesem Jahr an

Hillerkiller von Maximilian Hillerzeder

Hier das "Kurt-Schalker-Komitee", das den Preis gestiftet hat und über die Gewinner entscheidet.

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

"Liebe schaut weg" von Line Hoven

Die Jury

Anne M. Delseit (Hachenburg)
Harald Havas (Wien)
Max Höllein (Osburg)
Thomas Kögel (Haar)
20 Jahre ICOM Independent Comic Preis
Aus Anlaß des 20jährigen Jubiläums des Independent-Preises druckte der ICOM 2014 dieses Poster mit allen Preisträgern. Ein höherauflösendes PDF findet man, wenn man auf die obige Abbildung klickt.