Lektüre
 ICOM Independent Comic Preis   Max & Moritz-Preis   Der Deutsche Comicpreis 
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  BESTER INDEPENDENT COMIC
"Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens"
von Ulli Lust
(Avant Verlag)
"Liebe schaut weg" von Line Hoven
"Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens" ist mit jeder Seite ein mehr als überzeugendes Werk. Kein anderer Comic der diesjährigen Konkurrenz hat sich vergleichbar viel vorgenommen und vergleichbar bravourös gelöst.
Als Mitgründerin der Zeichnergruppe "Monogatari" hat sich die Autorin das Ziel gesetzt, mit allen stilistischen Mittel, die der Comic bereithält, Geschichten zu erzählen. Geschichten aus dem Leben. Wobei die Form dem Erzählenden anzupassen ist. WEITER 
  BESTER KURZCOMIC

"Die Schande von Rahlstedt"
von aha
in: Epidermophytie #15 (Fußpilz Comix)

"Daniel & Oleg" von Olli Ferreira und René Roggmann
Ja, früher, als die Szene noch "unter sich" war, da war es irgendwie auch besser. Da gab es noch Veranstaltungen, wo nur blanke Tische vorzufinden waren und gezeichnet wurden keine "Graphic Novels" sondern richtige Comics. Für die Comics interessierten sich nur Männer und wenn sie dann abends zusammen saßen, dann gab es Pizza und Bier. Das war irgendwie cool.
Heutzutage stehen wir vor der größten Aufwertungskampagne die der deutsche Comic jemals zu bewältigen hatte, auch vor Comic-Börsen sollte man sich waschen und in den Hochschulen wird erklärt wie man richtig zeichnen lernt. WEITER 
  HERAUSRAGENDES SZENARIO
"Drüben!"
von Simon Schwartz
(Avant Verlag)
"Sperrbezirk" von Tobi Dahmen
Zu den eindrücklichsten Szenen in Simon Schwartz’ Erzählung "drüben!" zählt die, die im Geburtszimmer ihres Autors spielt: Das kleine Würmchen Simon ruht in den Armen des Vaters, die Mutter liegt erschöpft im Klinikbett. Das junge Paar ist an jenem Punkt im Leben angelangt, an dem junge Paare voller Dankbarkeit zurück- und voller Vorfreude in die Zukunft blicken. Doch nichts von beidem in dieser Szene. Der Blick zurück ist dem Paar verwehrt, der Blick nach vorne ungewiss: Auf den Knien einer weinenden Mutter liegt der zornige Abschiedsbrief der Schwiegereltern. Denn die Jungen wollen die DDR verlassen – und das können die Alten nicht verwinden. WEITER 
  HERAUSRAGENDES ARTWORK
"Ein Mann geht an die Decke"
von Katharina Greve
(Die Biblyothek)
"The Secrets of Coney Island" von Reinhard Kleist
Wenn aus der Fülle grafisch hervorragender Werke "Ein Mann geht an die Decke" von Katharina Greve den Preis für herausragendes Artwork zugesprochen bekommt, so liegt das an der besonders originellen Idee ihrer Geschichte und vornehmlich an einer visuellen Realisierung, die sie in Stil, Erzählmodi wie Layout optimal trägt. Das Artwork wird hier zum entscheidenden Mitspieler. Greve erzählt eine kleine Liebesgeschichte. WEITER 
  SONDERPREIS (COMICPUBLIKATION)
"SPRING 6 – Verbrechen"
(Spring GbR)
"Didi und Stulle 1–7" von Fil (Reprodukt)
"12 Zeichnerinnen haben wieder zugeschlagen", heißt es lapidar auf dem Backcover der sechsten Ausgabe des Magazins "Spring". Die Betonung könnte auf "Zuschlagen" liegen, aber das eigentlich bemerkenswerte sind die "12 Zeichnerinnen", die einmal mehr eine beachtliche Werkschau abliefern. Auch der Begriff Comic scheint in diesem Kontext zu unpräzise, denn die Geschichten aus "Spring" oszillieren zwischen Illustration, Comic und Kunst, man müsste also vielmehr von Bildergeschichten sprechen, wenn man nicht gleich einen neuen Begriff dafür (er)finden möchte. WEITER 
  SONDERPREIS (LEISTUNG ODER PUBLIKATION)

Vicky Danko, Beatrice Beckmann, Olivia Vieweg für das Engagement beim Independent Manga

Moderatot Harald Havs (rechts) gratuliert Burkhard Ihme
Schon seit langer Zeit ist die Manga Community nicht mehr aus dem Independent Bereich wegzudenken.
Meist sind es weibliche Zeichnerinnen, die sich dem Manga und der japanischen Kultur verschrieben haben. Sie nutzen speziell auf Manga ausgerichtete Internetplattformen, wo sie sich über Kilometer hinweg austauschen, sich zu gemeinsamen Messefahrten verabreden und Treffen zu Events organisieren. Aber nicht nur. So laden die Fans ihre Zeichnungen auf speziell auf sie zugeschnittene Archive hoch, lassen sie von Gleichgesinnten beurteilen und holen sich wertvolle Verbesserungstipps. WEITER 
  LOBENDE ERWÄHNUNGEN
Mit einer Lobenden Erwähnung werden Werke ausgezeichnet, die entweder durch ein fundiert vorgetragenes Minderheiten-Votum eines Jury-Mitglieds ausgewählt wurden oder bei der Diskussion um die Preisträger ganz knapp gescheitert sind.
"Dave Grigger" von Mamei und Ivo Kircheis (Beatcomix) "Dave Grigger" – erfunden und gezeichnet von Mamei (i.e. Marian Meinhardt-Schönfeld), Beatcomix-Gründer und Mitglied der Comicbrigade Dresden, getuscht von Ivo Kircheis (ebenfalls Brigade-Mitglied) – ist ein ebenso originelles wie schräges Comic-Album ... WEITER 


"JAZAM!" (Baur/Simon GbR) Es gehört schon viel dazu, so viele Zeichner wie bei der "Jazam" Anthologie unter einen Hut zu bringen. WEITER 


"Kleiner Vogel Rot" von Veronika Mischitz und Christopher Bünte (Zwerchfell) Politische Parabeln sind stets gut gemeint, aber oft nicht gut gemacht. Wenn eine Comic-Parabel Motive aus guten, aber längst erzählten Geschichten wie "Fahrenheit 451" oder "Die Weiße Rose" aufgreift – kann sie dann mehr sein als die gut gemeinte Wiederholung ihrer Aussagen?
Ja: Veronika Mischitz und Christopher Bünte schaffen das. WEITER 


"Leroy & Dexter – 10 hoch minus 9" von Thomas Gilke (Avant Verlag) Der Kosmos der Funny-Comic-Strips ist voller Helden von geringer Körpergröße. Thomas Gilke, dem dieser Kosmos offenbar nicht klein genug war, kommt das Verdienst zu, den Mikrokosmos erobert zu haben. WEITER 

Die Jury
Clemens Heydenreich (Erlangen)
Prof. Dietrich Grünewald (Koblenz)
Nicole Klementz (Marl)
Klaus Schikowski, (Köln)

  Die COMIC!-Jahrbücher
COMIC!-Jahrbuch 2013
COMIC!-Jahrbuch 2012
COMIC!-Jahrbuch 2011
COMIC!-Jahrbuch 2010
COMIC!-Jahrbuch 2009
COMIC!-Jahrbuch 2008
COMIC!-Jahrbuch 2007
COMIC!-Jahrbuch 2006
COMIC!-Jahrbuch 2005
COMIC!-Jahrbuch 2004
COMIC!-Jahrbuch 2003
COMIC!-Jahrbuch 2001
COMIC!-Jahrbuch 2000
Im COMIC!-Jahrbuch werden insbesondere auch die Preisträger des Independent Comic Preises jeweils ausführlich vorgestellt.
  PREISTRÄGER 2010
Bester Independent Comic
Bester Kurzcomic
Herausragendes Szenario
Herausragendes Artwork
Sonderpreis für eine bemerkenswerte Comicpublikation
Sonderpreis für eine besondere Leistung oder Publikation
Lobende Erwähnungen
HINTERGRUND
 
Der ICOM Independent Comic Preis 2010

Am 3. Juni um 19 Uhr wurde der ICOM-Preis beim 14. Internationalen Comicsalon Erlangen zum 17. Mal verliehen. Die Veranstaltung wurde von Burkhard Ihme und Harald Havas moderiert.
Das volle Podium beim Fotoshooting der Preisträger zeigt, daß der ICOM-Preis nicht nur durch Preisgelder zu locken weiß. Daß dieses Jahr so viele Zeichner und Autoren Schecks und Urkunden entgegennehmen konnten, lag aber auch an der besonderen Konstellation, daß viele Autorengespanne und Künstlergruppen ausgezeichnet wurden (u. a. SPRING imd JAZAM). Erstmals wurde ein ICOM-Preis an einen der auch in diesem Jahr leider nur in geringer Anzahl eingereichten Manga vergeben.
 
     
aus ""acht, neun, zehn"
Der Interessenverband Comic e.V. ICOM vergibt seit 1994 diesen Preis für die ungeheuer rege Verlags- und Zeichnerszene jenseits der etablierten, auf dem Abdruck aus dem Ausland importierter Comics basierenden Branchenriesen. Der Preis zeichnet Eigenproduktionen aus dem zurückliegenden Kalenderjahr aus. Der ICOM-Preis ist mit insgesamt 2.000 € dotiert (500 € für den Hauptpreis, je 300 € für die anderen fünf Kategorien).

Einsendeschluß für den ICOM Independent Comic Preis 2010 war der 1. April 2010. Der ICOM vergibt auch nächstes Jahr wieder sechs Preise an Publikationen (keine Manuskripte).

Alle Einsendungen an Interessenverband Comic e.V. ICOM c/o Burkhard Ihme
Danneckerstraße 12
70182 Stuttgart.