| Lobende Erwähnungen |
|
|
|
 |
|
Gerhard Förster - "Von mir!
(4)"
» DOWNLOADS
Mit der offiziell letzten Ausgabe liefert das Ego-Comic-Fanzine aus
Wien noch einmal eine Reihe amüsanter und interessanter Geschichten,
die im mittlerweile typischen Gerhard-Förster-Stil gehalten sind.
Dieser Stil ist trotz aller Funny-Qualitäten tatsächlich
so gehalten, dass man den Zeichner beispielsweise auf einem Comic-Salon
sofort erkennt, ohne ihn jemals in persona gesehen zu haben. Das Heft
ist größtenteils im Stil der amerikanischen Selbstoffenbarungs-Comics
gehalten. Wer spektakuläre Action oder besonders faszinierende
Zeichnungen erwartet, liegt bei solchen Comics prinzipiell falsch
- insofern bildet "Von mir!" keine Ausnahme. Das vorliegende
Heft ist wie die vorherigen drei Ausgaben wirklich gut, wenngleich
schwächer. Fast sieht es so aus, als habe den Herausgeber, Zeichner
und Autor kurz vor Schluss noch der Spaß verlassen. Trotzdem
zählt "Von mir!" zu den erfreulichsten deutschsprachigen
Comics der letzten Jahre! |
|
|
|
 |
|
Zimmermann/Horus - "Krieg der
Welten"
» DOWNLOADS
Die vom amerikanischen Autor Randy Zimmerman getextete Story ist eine
moderne Adaption des uralten SF-Romans "War of the Worlds"
von H.G. Wells. Wieder einmal versuchen die Marsianer, die Erde zu
überrollen, allerdings findet die Invasion in diesem Fall zu
Beginn des 21. Jahrhunderts statt. Die Handlung spielt in Kansas,
wo eine Gruppe von Menschen versucht, sich bis an die Zähne bewaffnet
gegen die Marsianer zu wehren. In den USA erschien der Comic in vier
Teilen - jetzt gibt es ihn als Paperback in Deutschland. Herausgegeben
wird der Comic wieder einmal von "Neun"; der Kleinverlag
hat im vorletzten Jahr die Horus-Story "Schattenreich" publiziert,
die auch den ICOM-Preis fürs Jahr 2001 erhalten hat. Zwar vermag
die Story bei allem zeichnerischen Elan aufgrund des wirren Erzählstils
nicht zu überzeugen, trotzdem wird der Band hiermit besonders
hervorgehoben: Horus ist einer der wenigen deutschen Zeichner, die
den Sprung über den großen Teich gewagt haben und der nach
wie vor sehr professionell an seinem Stil arbeitet. |
|
|
|
 |
|
"Mosa-Icke" (Ausgaben
3 und 4)
» DOWNLOADS
Das von der Berliner Mosaik-Connection herausgegebene Fanzine geht
mit einer sehr fanorientierten Herangehensweise an das "Kinderheft"
MOSAIK heran. Man merkt, dass sich hier Erwachsene mit großer
Begeisterung um etwas kümmern, das ihnen seit ihrer frühen
Jugend bekannt ist, etwas, das sie geradezu lieben. Von dieser Fan-Begeisterung
zeugt die bunte Mischung aus Artikeln, Erlebnisberichten und farbig
gedruckten Comics. |
|
|
|
 |
|
Volker Sponholz - "Zirkus Exitus"
(Ausgaben 1 und 2)
» DOWNLOADS
Im letzten Jahr wusste der Kleinstverlag Herriman's schon zu überzeugen,
auch fürs Jahr 2002 reichten die zwei Aktivisten eine Reihe von
Comics ein. Der wohl überzeugendste ist der hier vorliegende:
Auf jeweils knapp über fünfzig Seiten im Streifenformat
werden Zeitungsstrips präsentiert, die vor dem Hintergrund eines
kleinen Zirkus spielen. Ein Durchgeknalltes Huhn organisiert den Laden,
ein Ei will nicht schlüpfen, ein Zirkusdirektor bezahlt keine
Gehälter, und ein Zauberer baut ständig Mist, dazu kommen
weitere schräge Figuren. In den kurzen Strips, die im allgemeinen
aus vier Bildern bestehen, verwickelt Volker Sponholz seine "Helden"
in kurze Abenteuer - ganz klar orientiert am klassischen Funny-Strip,
wie er seit hundert Jahren in Zeitungen erscheint. Zeichnerisch wie
inhaltlich braucht sich der Zeichner und Autor nicht zu verstecken. |
|
|
|
 |
|
Till Lenecke - "Sand zwischen
den Zähnen"
» DOWNLOADS
Dieser Comic erzählt eine autobiografische Geschichte: Drei Jungs
zelten im Jahr 1989 auf einer kleinen Insel mitten auf der Elbe. Dabei
geht natürlich einiges schief, und zehn Jahre später sind
von der ursprünglichen Geschichte nur noch einige wenige Erinnerungen
üblich. So endet diese Jugendgeschichte eigentlich sehr traurig;
sie ist gewissermaßen ein Abgesang auf die Jugend. Entsprechend
traurig und düster kommen die unterkühlten Schwarzweiß-Zeichnungen
rüber. Sicher einer der besten Lenecke-Comics bisher. |
|
|
|
 |
|
Martin Frei - "Superbabe (1)"
» DOWNLOADS
Toll gezeichnet ist diese Superhelden-Satire, und die Abenteuer von
"Superbabe" zeigen, dass in der Story noch viel Potential
steckt. Der Ansatz ist auf jeden Fall richtig und eine solche Serie
kann hierzulande tatsächlichen funktionieren. Selbst wenn das
erste Heft arg im Klamauk und in sexistischen Details stecken bleibt,
lässt es für neue Funnys aus deutschen Landen durchaus hoffen! |
|
|
|
 |
|
Zebra-Redaktion - "Comic-Fachpressen-Index
2000"
» DOWNLOADS
Das Inhaltsverzeichnis und Register deutschsprachiger Comic-Fachperiodica
ist Ergebnis einer echten Fleißarbeit und vor allem für
jene sinnvoll, die ihre Magazine und Fanzines ordentlich archivieren
und gerne mal was nachschlagen möchte. Eine sach- und fachkundige
Zusammenstellung; vor dieser immensen Arbeit der Zebra-Redaktion zieht
die Jury den Hut. |
|
|
|
 |
|
Flix & Breitschuh - "Grimm
(5): Die drei Federn"
» DOWNLOADS
Die Serie "Grimm" ist eigentlich immer für einen Preis
gut, so auch dieser Band, der ein eher unbekanntes Märchen präsentiert.
Dazu die Zeichnungen von Flix, der die Jury mit seinem "Held"
bereits begeistert hat - hier passt einiges zusammen. Die Geschichte
von den drei Prinzen, die sich daran machen, das Königreich ihres
Vaters zu erringen, bekommt durch Flix' originelle Zeichnung einen
besonderen "Drive". |
|
|
|
 |
|
"Geschichten aus dem Comicgarten"
» DOWNLOADS
Insgesamt fünf Zeichner, die allesamt zu einem Berliner Freundeskreis
gehören, machen gemeinsam ein dickes Comic-Buch, mit einer Geschichte,
die zwar nicht chronologisch abläuft, sich aber konsequent durch
das ganze Buch zieht. Den "Comicgarten" aus dem Titel gibt
es wirklich, und in ihm spielen die Geschichten. ob das nun der seltsame
Hase ist, der bereits in Mawils "Strandsafari" eine Rolle
spielt, das bescheuerte Duo aus Scharping und Gonzales, die einen
militärischen Auftrag zu erledigen haben, oder Bolek und Bolek,
die auf einer Schatzsuche voller metaphysischer Hintergründe
sind ... Zeichnerisch ist das ganze eher locker hingekritzelt. Mit
Absicht hat sich keiner der Zeichner mit Hintergründen aufgehalten
oder das Schwarzweiß-Buch, das in Form eines dicken Paperbacks
mit 216 Seiten erscheint, mit zu vielen Details versehen. Ein tolles
Comic-Abenteuer, ein echtes Independent-Highlight! |
|
|
|
 |
|
Stefan Lintl - "Pfefferprinz in:
Tabledance With Hamlet"
» DOWNLOADS
Beinahe eine Tragödie nach William Shakespeare - demnach ist
klar, was das Thema ist: Liebe, Tod und Intrigen, und alles endet
mit einem mörderischen Finale. Außergewöhnlich sind
in diesem Comic-Album allerdings die Akteure: Zum Leben erweckte Alltagsgegenstände,
wie Pfefferstreuer, Buntstift, Locher, Stempel, Tacker oder Telefonregister
agieren in menschlicher oder gar völlig daneben liegender Action.
Actionhaft, seitenübergreifend und mit viel Dramaturgie wird
durch die Geschichte geführt, die einzig und allein auf und unter
einem Küchentisch stattfindet. Der Leser wird mitgezogen und
behält den Eindruck einer Theatervorstellung " à
la Shakespeare. Man darf gespannt sein, welche Literatur Stefan Lintl
nächste Aufführung zum Thema hat. |
|
|
|
 |
|
Naomi Fearn - "Zuckerfisch 2 -
Mit Sahnemeerrettich"
» DOWNLOADS
Die nett gezeichneten Zeitungsstrips der Zeichnerin beschäftigen
sich augenzwinkernd mit dem Alltagsleben junger Menschen in der Schwaben-Metropole
Stuttgart. Interessant sind die ausgesprochen nett gezeichneten Comic-Seiten
wohl vor allem für Menschen, die sich für so genannte Popliteratur
begeistern können - das deutschsprachige Comic-Äquivalent
dafür ist Naomi Fearn auf jeden Fall. Kein Wunder, dass "Zuckerfisch"
vor allem ein Thema außerhalb der Comic-Szene ist; gleichzeitig
kann ein solcher Beitrag das allgemeine Verständnis für
Comics in der Öffentlichkeit erhöhen. |
|
|
|
 |
|
Patrick Wirbeleit - "Dat Wettloopen
twischen den Hasen un den Swinegel up de lütje Heide bi Buxtehude"
» DOWNLOADS
Wieder ein liebevoller, lindgrüner Papp-Comic von Wirbeleit.
Sympathisch, lesenswert. |
|
|
|
 |
|
Jule K. - "Strange Girls (II)"
» DOWNLOADS
Mädchen-Alltag-Ego-Comic im international etablierten (aber noch
verbesserungsfähigen) Frauen-Comic-Stil. Jule K. sollte man im
Auge behalten. |
|
|
|
 |
|
Klinik 4 - Sampler alternativer Stories
und Stile
» DOWNLOADS
Nicht für jeden was. Sicher aber für Freunde von Comic-Experimenten. |
|
|
|
 |
|
Hartmut Klotzbücher - "Kringel
2"
» DOWNLOADS
Resteverwertung der besonders frechen Art. Erhält eine lobende
Erwähnung für Humor - und Chuzpe. |
|
|
|
 |
|
Sascha Thau - "Der Kosmopolit:
Scum"
» DOWNLOADS
Experimentelles Comic-Musik-Cross-Over mit CD. Interessant, wenn auch
eher verwirrend. |
|
|
|
 |
|
Dinter-Brüder - "Die kleinen
Mutterficker (3)"
» DOWNLOADS
Dinters Mutterficker sind sowieso schon Kult. Dennoch auch von uns
ein (unspezifisches) Lob. |
|
|
|
 |
|
Wittek, Claus etc. - "Bizarr Bazar
(4)"
» DOWNLOADS
Eigen, schräg, witzig. Empfehlenswert, wenn auch nicht für
allzu sanfte Gemüter. |
|
|
|
| |
|
Jörg Vogeltanz - "Der Citoyen"
Ausgereifte, optisch wie inhaltlich überzeugende Graphic
Novel des selbstverlegenden Grazers, die nur deswegen keinen Preis
bekommen hat, weil der Band nicht eingereicht wurde. |