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 INDEPENDENT COMIC PREIS 2003
Lobende Erwähnungen
   
  Gerhard Förster - "Von mir! (4)"
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Mit der offiziell letzten Ausgabe liefert das Ego-Comic-Fanzine aus Wien noch einmal eine Reihe amüsanter und interessanter Geschichten, die im mittlerweile typischen Gerhard-Förster-Stil gehalten sind. Dieser Stil ist trotz aller Funny-Qualitäten tatsächlich so gehalten, dass man den Zeichner beispielsweise auf einem Comic-Salon sofort erkennt, ohne ihn jemals in persona gesehen zu haben. Das Heft ist größtenteils im Stil der amerikanischen Selbstoffenbarungs-Comics gehalten. Wer spektakuläre Action oder besonders faszinierende Zeichnungen erwartet, liegt bei solchen Comics prinzipiell falsch - insofern bildet "Von mir!" keine Ausnahme. Das vorliegende Heft ist wie die vorherigen drei Ausgaben wirklich gut, wenngleich schwächer. Fast sieht es so aus, als habe den Herausgeber, Zeichner und Autor kurz vor Schluss noch der Spaß verlassen. Trotzdem zählt "Von mir!" zu den erfreulichsten deutschsprachigen Comics der letzten Jahre!
   
  Zimmermann/Horus - "Krieg der Welten"
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Die vom amerikanischen Autor Randy Zimmerman getextete Story ist eine moderne Adaption des uralten SF-Romans "War of the Worlds" von H.G. Wells. Wieder einmal versuchen die Marsianer, die Erde zu überrollen, allerdings findet die Invasion in diesem Fall zu Beginn des 21. Jahrhunderts statt. Die Handlung spielt in Kansas, wo eine Gruppe von Menschen versucht, sich bis an die Zähne bewaffnet gegen die Marsianer zu wehren. In den USA erschien der Comic in vier Teilen - jetzt gibt es ihn als Paperback in Deutschland. Herausgegeben wird der Comic wieder einmal von "Neun"; der Kleinverlag hat im vorletzten Jahr die Horus-Story "Schattenreich" publiziert, die auch den ICOM-Preis fürs Jahr 2001 erhalten hat. Zwar vermag die Story bei allem zeichnerischen Elan aufgrund des wirren Erzählstils nicht zu überzeugen, trotzdem wird der Band hiermit besonders hervorgehoben: Horus ist einer der wenigen deutschen Zeichner, die den Sprung über den großen Teich gewagt haben und der nach wie vor sehr professionell an seinem Stil arbeitet.
   
  "Mosa-Icke" (Ausgaben 3 und 4)
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Das von der Berliner Mosaik-Connection herausgegebene Fanzine geht mit einer sehr fanorientierten Herangehensweise an das "Kinderheft" MOSAIK heran. Man merkt, dass sich hier Erwachsene mit großer Begeisterung um etwas kümmern, das ihnen seit ihrer frühen Jugend bekannt ist, etwas, das sie geradezu lieben. Von dieser Fan-Begeisterung zeugt die bunte Mischung aus Artikeln, Erlebnisberichten und farbig gedruckten Comics.
   
  Volker Sponholz - "Zirkus Exitus" (Ausgaben 1 und 2)
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Im letzten Jahr wusste der Kleinstverlag Herriman's schon zu überzeugen, auch fürs Jahr 2002 reichten die zwei Aktivisten eine Reihe von Comics ein. Der wohl überzeugendste ist der hier vorliegende: Auf jeweils knapp über fünfzig Seiten im Streifenformat werden Zeitungsstrips präsentiert, die vor dem Hintergrund eines kleinen Zirkus spielen. Ein Durchgeknalltes Huhn organisiert den Laden, ein Ei will nicht schlüpfen, ein Zirkusdirektor bezahlt keine Gehälter, und ein Zauberer baut ständig Mist, dazu kommen weitere schräge Figuren. In den kurzen Strips, die im allgemeinen aus vier Bildern bestehen, verwickelt Volker Sponholz seine "Helden" in kurze Abenteuer - ganz klar orientiert am klassischen Funny-Strip, wie er seit hundert Jahren in Zeitungen erscheint. Zeichnerisch wie inhaltlich braucht sich der Zeichner und Autor nicht zu verstecken.
   
  Till Lenecke - "Sand zwischen den Zähnen"
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Dieser Comic erzählt eine autobiografische Geschichte: Drei Jungs zelten im Jahr 1989 auf einer kleinen Insel mitten auf der Elbe. Dabei geht natürlich einiges schief, und zehn Jahre später sind von der ursprünglichen Geschichte nur noch einige wenige Erinnerungen üblich. So endet diese Jugendgeschichte eigentlich sehr traurig; sie ist gewissermaßen ein Abgesang auf die Jugend. Entsprechend traurig und düster kommen die unterkühlten Schwarzweiß-Zeichnungen rüber. Sicher einer der besten Lenecke-Comics bisher.
   
  Martin Frei - "Superbabe (1)"
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Toll gezeichnet ist diese Superhelden-Satire, und die Abenteuer von "Superbabe" zeigen, dass in der Story noch viel Potential steckt. Der Ansatz ist auf jeden Fall richtig und eine solche Serie kann hierzulande tatsächlichen funktionieren. Selbst wenn das erste Heft arg im Klamauk und in sexistischen Details stecken bleibt, lässt es für neue Funnys aus deutschen Landen durchaus hoffen!
   
  Zebra-Redaktion - "Comic-Fachpressen-Index 2000"
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Das Inhaltsverzeichnis und Register deutschsprachiger Comic-Fachperiodica ist Ergebnis einer echten Fleißarbeit und vor allem für jene sinnvoll, die ihre Magazine und Fanzines ordentlich archivieren und gerne mal was nachschlagen möchte. Eine sach- und fachkundige Zusammenstellung; vor dieser immensen Arbeit der Zebra-Redaktion zieht die Jury den Hut.
   
  Flix & Breitschuh - "Grimm (5): Die drei Federn"
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Die Serie "Grimm" ist eigentlich immer für einen Preis gut, so auch dieser Band, der ein eher unbekanntes Märchen präsentiert. Dazu die Zeichnungen von Flix, der die Jury mit seinem "Held" bereits begeistert hat - hier passt einiges zusammen. Die Geschichte von den drei Prinzen, die sich daran machen, das Königreich ihres Vaters zu erringen, bekommt durch Flix' originelle Zeichnung einen besonderen "Drive".
   
  "Geschichten aus dem Comicgarten"
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Insgesamt fünf Zeichner, die allesamt zu einem Berliner Freundeskreis gehören, machen gemeinsam ein dickes Comic-Buch, mit einer Geschichte, die zwar nicht chronologisch abläuft, sich aber konsequent durch das ganze Buch zieht. Den "Comicgarten" aus dem Titel gibt es wirklich, und in ihm spielen die Geschichten. ob das nun der seltsame Hase ist, der bereits in Mawils "Strandsafari" eine Rolle spielt, das bescheuerte Duo aus Scharping und Gonzales, die einen militärischen Auftrag zu erledigen haben, oder Bolek und Bolek, die auf einer Schatzsuche voller metaphysischer Hintergründe sind ... Zeichnerisch ist das ganze eher locker hingekritzelt. Mit Absicht hat sich keiner der Zeichner mit Hintergründen aufgehalten oder das Schwarzweiß-Buch, das in Form eines dicken Paperbacks mit 216 Seiten erscheint, mit zu vielen Details versehen. Ein tolles Comic-Abenteuer, ein echtes Independent-Highlight!
   
  Stefan Lintl - "Pfefferprinz in: Tabledance With Hamlet"
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Beinahe eine Tragödie nach William Shakespeare - demnach ist klar, was das Thema ist: Liebe, Tod und Intrigen, und alles endet mit einem mörderischen Finale. Außergewöhnlich sind in diesem Comic-Album allerdings die Akteure: Zum Leben erweckte Alltagsgegenstände, wie Pfefferstreuer, Buntstift, Locher, Stempel, Tacker oder Telefonregister agieren in menschlicher oder gar völlig daneben liegender Action. Actionhaft, seitenübergreifend und mit viel Dramaturgie wird durch die Geschichte geführt, die einzig und allein auf und unter einem Küchentisch stattfindet. Der Leser wird mitgezogen und behält den Eindruck einer Theatervorstellung " à la Shakespeare. Man darf gespannt sein, welche Literatur Stefan Lintl nächste Aufführung zum Thema hat.
   
  Naomi Fearn - "Zuckerfisch 2 - Mit Sahnemeerrettich"
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Die nett gezeichneten Zeitungsstrips der Zeichnerin beschäftigen sich augenzwinkernd mit dem Alltagsleben junger Menschen in der Schwaben-Metropole Stuttgart. Interessant sind die ausgesprochen nett gezeichneten Comic-Seiten wohl vor allem für Menschen, die sich für so genannte Popliteratur begeistern können - das deutschsprachige Comic-Äquivalent dafür ist Naomi Fearn auf jeden Fall. Kein Wunder, dass "Zuckerfisch" vor allem ein Thema außerhalb der Comic-Szene ist; gleichzeitig kann ein solcher Beitrag das allgemeine Verständnis für Comics in der Öffentlichkeit erhöhen.
   
  Patrick Wirbeleit - "Dat Wettloopen twischen den Hasen un den Swinegel up de lütje Heide bi Buxtehude"
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Wieder ein liebevoller, lindgrüner Papp-Comic von Wirbeleit. Sympathisch, lesenswert.
   
  Jule K. - "Strange Girls (II)"
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Mädchen-Alltag-Ego-Comic im international etablierten (aber noch verbesserungsfähigen) Frauen-Comic-Stil. Jule K. sollte man im Auge behalten.
   
  Klinik 4 - Sampler alternativer Stories und Stile
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Nicht für jeden was. Sicher aber für Freunde von Comic-Experimenten.
   
  Hartmut Klotzbücher - "Kringel 2"
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Resteverwertung der besonders frechen Art. Erhält eine lobende Erwähnung für Humor - und Chuzpe.
   
  Sascha Thau - "Der Kosmopolit: Scum"
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Experimentelles Comic-Musik-Cross-Over mit CD. Interessant, wenn auch eher verwirrend.
   
  Dinter-Brüder - "Die kleinen Mutterficker (3)"
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Dinters Mutterficker sind sowieso schon Kult. Dennoch auch von uns ein (unspezifisches) Lob.
   
  Wittek, Claus etc. - "Bizarr Bazar (4)"
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Eigen, schräg, witzig. Empfehlenswert, wenn auch nicht für allzu sanfte Gemüter.
   
    Jörg Vogeltanz - "Der Citoyen"
Ausgereifte, optisch wie inhaltlich überzeugende Graphic Novel des selbstverlegenden Grazers, die nur deswegen keinen Preis bekommen hat, weil der Band nicht eingereicht wurde.