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Sonderpreis der Jury für eine bemerkenswerte Comicpublikation:
"SPRING 6 – Verbrechen"
(Spring GbR)

"Didi und Stulle 1–7" von Fil (Reprodukt)
"12 Zeichnerinnen haben wieder zugeschlagen", heißt es lapidar auf dem Backcover der sechsten Ausgabe des Magazins "Spring". Die Betonung könnte auf "Zuschlagen" liegen, aber das eigentlich bemerkenswerte sind die "12 Zeichnerinnen", die einmal mehr eine beachtliche Werkschau abliefern. Auch der Begriff Comic scheint in diesem Kontext zu unpräzise, denn die Geschichten aus "Spring" oszillieren zwischen Illustration, Comic und Kunst, man müsste also vielmehr von Bildergeschichten sprechen, wenn man nicht gleich einen neuen Begriff dafür (er)finden möchte.
Aber was die Zeichnerinnen abliefern ist schon aller Ehren wert, etwa die Versuche Lyrik und Illustration miteinander zu einen oder anhand freier Grafiken eine Geschichte zu erzählen, es gibt die atmosphärische Bildfolgen ebenso wie die Collagefolge. Das ist weniger Experiment als künstlerischer Ausdruck. Aber der Comic kommt dabei nie zu kurz. In virtuosen, an Hopper erinnernden ganzseitigen Bildern versucht Judith Mall kongenial das Wesen des Traumes einzufangen, Barbara Yelin zeichnet eine für "Spring"-Verhältnisse konventionelle Genre-Geschichte, die mit einem überraschenden Ende aufwartet, und die grafischen Lösungen von Claire Lenkova sind über jeden Zweifel erhaben.
"Spring" ist ein Pool an kreativen und interessierten neuen Zugängen zum Thema Comic. Die Zeichnerinnen entstammen zumeist dem Hamburger Hochschulumfeld, obwohl man sie zeichnerisch keiner Schule zuordnen könnte. Das ist auch das Faszinierende, dass sich eine Generation von Zeichnerinnen komplett frei entwickelt und sich fernab traditioneller Comic-Schulen bewegt. Die Idee indes, ein Magazin nur für Zeichnerinnen zu machen, drückt dabei auch den Umbruch im deutschen Comic aus.
"Spring" wurde 2003 gegründet, schon damals war das Flimmern zwischen Kunst und Comic beabsichtigt, als Klammer wählt frau für jede Ausgabe ein Thema, der sechsten Nummer lag das Thema "Verbrechen" zugrunde. "Spring" überzeugte die Jury in seiner Gesamtkonzeption und aufgrund der mutigen Herangehensweise, die zwar mit dem avantgardistischen Gedanken kokettiert, aber der auch die Ironie nicht fremd ist. Grafisch werden hier neue Wege bestritten. Einige der Zeichnerinnen aus "Spring" veröffentlichen bei "großen Verlagen" längere Arbeiten, etwa Yelin, Lenkova oder auch Ulli Lust, die in früheren Bänden vertreten war. Das bezeugt das Talent der einzelnen Zeichnerinnen, die in "Spring" dem "zeichnerischem Wildwuchs eine Gestalt" geben wollen. So lange ein solchartiger Wildwuchs Konzept bleibt, bleibt "Spring" eines der spannendsten künstlerischen Netzwerke, dem wir im Moment im deutschsprachigen Comic zusehen dürfen.
Klaus Schikowski
Aus "Die Zauberflöte"

 
  PREISTRÄGER 2003
Bester Independent Comic
Bester Comicbeitrag 1
Bester Comicbeitrag 2
Bestes Szenario
Sonderpreis
Lobende Erwähnungen
   PRESSESERVICE
Die folgenden Motive können Sie hier direkt zur Verwendung in Ihren Publikationen herunterladen.
Cover
8x9,6 cm
300dpi/4c
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8x9,6 cm
300dpi/sw
   
Bildbeispiel
10x13,2 cm
300dpi/4c